Venezuela / Politik

Venezuelas Sozialisten suspendieren Gouverneur

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José Gregorio Briceño und Diosdado Cabello
Keine Freunde mehr: José Gregorio Briceño und Diosdado Cabello

Caracas. Die Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) hat den Gouverneur des Bundesstaates Monagas vorübergehend aus ihren Reihen ausgeschlossen. Dies erklärte Vizepräsident Elías Jaua am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Namen des Bundesvorstands der Partei, dem er angehört. José Gregorio Briceño habe durch sein Verhalten gegen die "ethischen Verhaltensnormen" der PSUV verstoßen, begründete Jaua den Schritt. Man habe ihn wiederholt "zur Ordnung gerufen", weil er "öffentliche Erklärungen gegen Mitglieder und Funktionäre" getätigt und die "Mechanismen zur Aufklärung interner Positionen" ignoriert habe. Briceño habe den Ermahnungen jedoch nicht Folge geleistet, weshalb "die gesamte Mitgliedschaft" beschlossen habe, ein Disziplinarverfahren gegen ihn zu eröffnen. Zuvor sei er in einem internen Verfahren angehört worden.

Am Montag hatte der Gouverneur von Monagas, der den Spitznamen "El Gato" (der Kater) trägt, im Fernsehen die PSUV-Vizepräsidentin für Ostvenezuela, Yelitza Santaella, offen angegriffen. In einer Sendung des oppositionellen Fernsehsenders Globovisión hatte Briceño seiner Parteigenossin vorgeworfen, ihm seinen Posten streitig machen zu wollen. Dabei hatte er auch Diosdado Cabello angegriffen, der dem rechten Flügel der PSUV angehört und zu einem der mächtigsten Politiker innerhalb des Chavismus gehört. Dieser habe überall seine Leute positioniert, um Briceño mit der "Meute" allein zu lassen. Die Sendung wurde daraufhin von Globovisión verwendet, um die internen Streitigkeiten in der Regierungspartei zur Schau zu stellen.

Der venezolanische Präsident und Vorsitzende der PSUV, Hugo Chávez, begrüßte den Schritt umgehend. Über den Kurznachrichtendienst Twitter lies er aus Kuba verlauten, dass er die Entscheidung "voll" unterstütze. Er befindet sich nach einer erneuten Krebsoperation noch zur Rehabilitation in Havanna.

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