Kolumbien / Politik

Staatstrauer in Kolumbien: Senator Miguel Uribe stirbt an Folgen des Attentats

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Nach dem Tod von Miguel Uribe Turbay wurde in Kolumbien Staatstrauer angeordnet
Nach dem Tod von Miguel Uribe Turbay wurde in Kolumbien Staatstrauer angeordnet

Bogotá. Der rechtskonservative Senator Miguel Uribe Turbay ist am 11. August 2025 im Alter von 39 Jahren an den Folgen von Schussverletzungen gestorben. Er war am 7. Juni bei einem Wahlkampfauftritt in Bogotá schwer verletzt worden und lag seitdem auf der Intensivstation. Seine Ehefrau und das Krankenhaus Santa Fe haben seinen Tod offiziell bestätigt.

Der Sarg des Senators steht bis Mittwoch, 13. August, in einer Kammer der letzten Ehrerweisung im Salón Elíptico des Kongresses. Die Regierung unter Präsident Gustavo Petro hat nationale Trauer für 24 Stunden mit Flaggen auf halbmast angeordnet. Einige Departamentos und Bürgermeister:innen ordneten drei Tage Staatstrauer an. Öffentliche Ehrungen im Kongress sind vorgesehen und die Bevölkerung kann am Dienstag über die Plaza de Bolívar Zugang zur Kammer der letzten Ehrerweisung erhalten. Für Mittwoch ist eine Trauerfeier in der Catedral Primada von Bogotá geplant.

Der Fall erregte erhebliches Aufsehen. Politiker:innen aus allen politischen Lagern wie der ehemalige Präsident Álvaro Uribe und die Vizepräsidentin Francia Márquez verurteilten den Anschlag scharf und forderten Maßnahmen gegen politische Gewalt.  

Neben den Kondolensbekundungen nutzen rechte Politiker:innen den Trauerfall für Kritik an der Regierung. Der parteilose Präsidentschaftskandidat Santiago Botero Jaramillo fordert Maßnahmen wie den legalen Waffenbesitz für Bürger:innen sowie die direkte Konfrontation mit kriminellen Banden und Guerillagruppen ohne Spielraum für Verhandlungen. Er schlug vor, gegen Kriminelle, die in Attentate auf politische Persönlichkeiten verwickelt sind, mit äußerster Härte vorzugehen: "Das Einzige, was hilft, ist, ihnen einen Schuss zu verpassen." Auch aus den USA äußerte sich Außenminister Marco Rubio: "Die Vereinigten Staaten stehen in Solidarität...fordern Gerechtigkeit."

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Die Generalstaatsanwaltschaft kündigte noch vor der Trauerfeier an, die Anklage gegen die sechs Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Attentat zu erweitern. Bisher waren die Festgenommenen wegen versuchten Mordes angeklagt. Nach der Bestätigung von Uribes Tod sollen sie nun wegen Mordes angeklagt werden. Außerdem werden ihnen die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie der Einsatz Minderjähriger zur Begehung von Straftaten zur Last gelegt.

Der Attentäter, ein mutmaßlicher jugendlicher Auftragsmörder, eröffnete aus nächster Nähe das Feuer und verursachte schwere Kopfverletzungen bei Uribe (amerika21 berichtete). Jetzt werden Forderungen nach härteren Strafen für die bereits Verhafteten laut (amerika21 berichtete).

Trotz mehrerer Operationen verschlechterte sich Uribes Zustand nach einer erneuten Hirnblutung am 9. August weiter und führte schließlich zu seinem Tod. Uribe Turbay war Teil der konservativen Centro Democrático und galt als Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2026. Er ist Enkel des ehemaligen Präsidenten Julio César Turbay Ayala.