Kolumbien / Politik

Festnahmen nach Attentat auf Miguel Uribe Turbay, Ermittlungen nach Auftraggebern

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Proteste für Frieden in Kolumbien
Proteste für Frieden in Kolumbien

Bogotá. Im Fall des Attentats auf den kolumbianischen Senator und Präsidentschaftskandidaten für 2026, Miguel Uribe Turbay, sind inzwischen vier Personen festgenommen worden. Die Ermittlungen deuten auf eine organisierte Struktur hinter dem Angriff hin, der sich am 7. Juni während eines Wahlkampftermins in Bogotá ereignete.

Uribe wurde bei dem Anschlag schwer verletzt (amerika21 berichtete). Ein minderjähriger Angreifer hatte laut Angaben der Behörden drei Schüsse auf ihn abgegeben, davon zwei in den Kopf. Der 15-jährige Täter wurde noch am Tatort von Uribes Sicherheitskräften gestellt und befindet sich seitdem in staatlichem Gewahrsam. Er hätte im Falle des Todes von Uribe von seinen Auftraggebern 20 Millionen Pesos (rund 4.000 Euro) bekommen.

Wenige Tage später wurde die 19-jährige Katerine Andrea Martínez alias Gabriela festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft übergab sie dem Jugendlichen die Tatwaffe. Auch der Fahrer des Fluchtfahrzeugs wurde bereits verhaftet. Ein vierter Mann, der an der Tatlogistik beteiligt gewesen sein soll, wurde mithilfe von Videoaufnahmen identifiziert und befindet sich in Untersuchungshaft.

Martínez ist zur Hauptzeugin für die Rekonstruktion der Ereignisse rund um das vereitelte Attentat geworden. In ihrer Aussage vor der Staatsanwaltschaft schilderte sie den Ablauf und gab detaillierte Einblicke in die Rolle jedes einzelnen Mitglieds der kriminellen Gruppe. Für die Übergabe der Waffe waren ihr zehn Millionen Pesos (rund 2.000 Euro) zugesagt worden. Sie gab auch entscheidende Hinweise zur Verbindung des Attentats mit den Auftraggebern: Der Anschlag sei von Elder José Arteaga, auch El Costeño genannt, initiiert worden.

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Laut Behördenangaben hat El Costeño eine lange Vorgeschichte mit über 24 Strafverfahren wegen schwerer Delikte und mehreren Fluchten. Er wurde unter anderem bereits wegen erzwungener Vertreibung, Femizid, häuslicher Gewalt, Diebstahl und illegalem Waffenbesitz angeklagt. Laut Focus Noticias kam es in keinem dieser Fälle zu einem Verfahren, da der Angeklagte bisher nie festgenommen wurde. Er soll im Departement Caquetá aktiv sein, einer Region, die unter starkem Einfluss von Dissidenten der FARC steht. Zudem werden ihm mutmaßliche Verbindungen zu transnationalen kriminellen Netzwerken nachgesagt.

Die Behörden beschlagnahmten eine modifizierte Glock-Pistole mit Munition, die ursprünglich aus den USA stammen soll. Die Ballistik und die Art der Durchführung lassen laut Generalstaatsanwaltschaft auf eine professionelle Auftragsstruktur schließen. Zudem werden Verbindungen zu mutmaßlichen Banden im Ausland, unter anderem nach Ecuador, geprüft.

Die kolumbianische Staatsanwaltschaft untersucht nun auch eine mögliche Verwicklung von Sicherheitskräften in die Tat. Generalstaatsanwältin Luz Adriana Camargo erklärte, dass alle Hypothesen offengehalten würden. Der Präsident Gustavo Petro hatte nach dem Attentat eine Belohnung von bis zu drei Milliarden kolumbianischen Pesos (circa 638.000 Euro) für Hinweise auf die Drahtzieher ausgesetzt.