San Luis Acatlán. Zwei Monate nach der Festnahme von Jesús Plácido Galindo verlangen indigene Gemeinde- und Agrarautoritäten im Bundesstaat Guerrero erneut seine Freilassung. In einer öffentlichen Erklärung vom 21. September verurteilten sie das Verfahren gegen den Sprecher des Indigenen- und Volksrats von Guerrero – Emiliano Zapata (CIPOG-EZ) als weiteren Schritt der Kriminalisierung und Gewalt gegen Personen die Menschen- und Landrechte verteidigen. In Europa klärt zurzeit eine Delegation des Nationalen Indigenenkongresses (CNI) und des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas (FrayBa) aus Mexiko über den Fall auf.
Galindo war am 17. Juli 2026 durch Angehörige der mexikanischen Armee, der Landespolizei und der Kriminalpolizei des Bundesstaates Guerrero festgenommen worden. Er befand sich auf dem Weg zu einem vorgeblichen Treffen mit dem Staatssekretär für politische und soziale Entwicklung in Guerrero, Francisco Cisneros (amerika21 berichtete). Nach Einschätzung des CNI und nationaler wie internationaler Menschenrechtsorganisationen bewerteten nun auch die indigenen Behörden des Ejido Buena Vista bei San Luis Acatlán diesen Vorgang als das "Stellen einer Falle": Galindo "hat sein Leben der Interessenvertretung, dem Schutz und der Organisation der indigenen Gemeinschaften in Guerrero gewidmet. Die Behörden des Bundesstaates bezeichnen ihn als gefährlichen Kriminellen, während die Straflosigkeit der kriminellen Gruppen weiterbesteht." In den vergangenen Monaten kam es mehrfach zu schweren, bewaffneten Angriffen paramilitärischer Organisationen gegen Gemeinden des CIPOG-EZ (amerika21 berichtete).
Sie interessieren sich für das Geschehen im Globalen Süden?
Wir versorgen Sie mit Nachrichten und Hintergründen aus Lateinamerika. Unterstützen Sie uns mit einer Spende.
Die nun veröffentlichte Erklärung weist erneut darauf hin, dass der Sprecher des CIPOG-EZ noch wenige Monate vor seiner "Entführung" durch Militär und Polizei Teil des staatlichen Schutzmechanismus für Menschenrechtsverteidiger:innen und Journalist:innen war, nachdem auch er persönlich eine Gefahrensituation durch Drohungen und Mordversuche erlebt hatte. Statt angesichts der aktuellen Entwicklungen seinen Schutzstatus zu erneuern, sei die indigene Selbstorganisation in den von Gewalt betroffenen Gemeinden einer "Stigmatisierungs- und Verleumdungskampagne" ausgesetzt gewesen, die "den historischen Kampf des CIPOG-EZ für die Verteidigung des Lebens und des Territoriums als kriminell darstelle". Nachdem der Verbleib des Gemeindevertreters Galindo nach seiner Verschleppung zunächst unklar geblieben war, befindet er sich aktuell in Haft im Bundesgefängnis "Altiplano" in Almoloya, außerhalb des Bundesstaates Guerrero.
Die Gemeinde- und Agrarautoritäten fordern seine sofortige Freilassung und die Wiedereinsetzung seines Schutzmechanismus: "Wir machen die von Claudia Sheinbaum geführte Bundesregierung, die Gouverneurin des Bundesstaates Guerrero, Evelyn Pineda, den derzeitigen Unterstaatssekretär für politische und soziale Entwicklung der Landesregierung, Francisco Cisneros, sowie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Guerrero für alles, was geschehen könnte, und für jede Beeinträchtigung der Gesundheit oder der körperlichen Unversehrtheit unseres Genossen verantwortlich." Dieselben Forderungen erfahren Unterstützung durch den CNI und FrayBa. Im Oktober 2026 besuchen Vertreter:innen beider Organisationen im Rahmen ihres Europaaufenthalts auch Hamburg, Berlin und Jena.

