Indigene in Ecuador fordern Ende der Ressourcenausbeutung im Amazonasgebiet

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Indigene Vertreter:innen protestieren vor dem Verfassungsgericht von Ecuador
Indigene Vertreter:innen protestieren vor dem Verfassungsgericht von Ecuador

Quito. Indigene Organisationen haben dem Verfassungsgericht von Ecuador über 365.000 Unterschriften gegen Ölförderung, Bergbau und andere extraktivistische Tätigkeiten im Amazonasgebiet überreicht. Sie fordern die Einhaltung ihres Rechts auf freie, vorherige und informierte Konsultation der Gemeinschaften. Vertreter:innen der Nationalitäten der Cofán und Waorani erschienen am Gerichtshof, um für die Mitbestimmung über ihre Territorien zu protestieren.

Präsident Guillermo Lasso hat im Juli letzten Jahres ein Dekret zur Verdoppelung der Erdölproduktion des Landes erlassen, das soziale Organisationen aufgrund der Nichteinbeziehung von betroffenen Gemeinden als verfassungswidrig bezeichnen. Das Verfassungsgericht wird in den nächsten Tagen über die Klage entscheiden, die von (inter)nationalen sozialen Organisationen unterstützt wird. Das Recht auf freie, vorherige und informierte Konsultation ist im Übereinkommen über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern, dem sogenannten Abkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), verankert.

Die Unterschriftensammlung wurde von verschiedenen Initiativen sowie dem Zusammenschluss Ceibo organisiert. Dieser besteht aus den indigenen Nationalitäten der Siona, A'i Kofan, Siekopai und Waorani. Die Präsidentin der Organización de la nacionalidad Waorani de Pastaza, Silvana Nihua, sagte: "Wir haben beschlossen, dass unser Territorium nicht zum Verkauf steht, und das muss respektiert werden. Wir kümmern uns um das Gebiet für künftige Generationen."

Der indigenene Dachverband Conaie unterstützte die Petition. Ihr Präsident und ehemaliger Präsidentschaftskandidat Leonidas Iza sagte, dass die Aktion Teil des Kampfes gegen den Klimawandel sei, der durch die Auswüchse des kapitalistischen Ausbeutungssystems verursacht werde.

Anfang April letzten Jahres wurden die wichtigsten Ölpipelines im ecuadorianischen Amazonasgebiet beschädigt, darunter das Trans-Ecuadorian Oil Pipeline System (Sote), die Heavy Crude Oil Pipeline (OCP) und die Shushufindi-Quito Polyduct (amerika21 berichtete). Von dem Austreten von 2,5 Millionen Liter Rohöl in den Boden und in die Flüsse sind nach wie vor mehr als 100 Kichwa-Gemeinden mit einer Bevölkerung von mindestens 27.000 Menschen betroffen. Diese fordern seitdem eine stabile Versorgung mit Wasser und tierischem Eiweiß, die Beseitigung der Schäden sowie Soforthilfepläne und einen Förderstopp zur Prävention.

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