Ecuador / Umwelt

Ecuador: Schutzgebiet um die Galápagos-Inseln wird größer

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Die Inselgruppe vulkanischen Ursprungs liegt 1.000 Kilometer westlich des ecuadorianischen Festlands
Die Inselgruppe vulkanischen Ursprungs liegt 1.000 Kilometer westlich des ecuadorianischen Festlands

Galápagos. Ecuadors Präsident Guillermo Lasso hat an Bord eines Forschungsschiffes die Vergrößerung der Schutzzone der Galápagosinseln um 60.000 Quadratkilometer per Dekret unterzeichnet. Damit ist sie mit insgesamt 193.000 Quadratkilometern nun das zweitgrößte Meeresschutzgebiet, in dem industrieller Fischfang verboten ist. Anwesend waren auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sowie Kolumbiens Präsident Iván Duque, Panamas Chefdiplomatin Erika Mouynes sowie Costa Ricas Außenminister Rodolfo Solano.

Das sogenannte Schutzgebiet der Freundschaft soll die zu Ecuador gehörigen Galápagosinseln mit den Inseln Coiba (Panama), Malpelo (Kolumbien) und Coco (Costa Rica) verbinden, um die Wanderrouten von gefährdeten Arten wie Seevögeln, Schildkröten, Walen und Haien zu schützen. Angekündigt wurde die Initiative von den Staatschefs der jeweiligen Länder bei der Weltklimakonferenz 2021 in Glasgow (amerika21 berichtete).

Auf Galápagos selbst sind die Reaktionen dazu gespalten. Der Verband der Fischereigenossenschaften fordert die Miteinbeziehung der Lokalregierung in die weitreichende Entscheidung. "Die Regierung hat bisher keine Kompensation angekündigt. Wir hoffen, dass es einen Dialogtisch geben wird, an dem wir reden können", sagte der Vorsitzende der Fischereigenossenschaften, Jaime Erazo, am Hafen von Santa Cruz.

Andere betonen die positiven Auswirkungen auf die besonders empfindliche und einmalige Biosphäre rund um die Inselgruppe, so zum Beispiel der ecuadorianische Minister für Umwelt, Wasser und ökologischen Wandel, Gustavo Manrique. Er machte auf den Schutz von insgesamt 30 gefährdeten Arten aufmerksam und betonte das Potential für den Hauptwirtschaftsmotor der Insel, den Tourismus.

Maximiliano Vega, einem Experte für Naturschutzfragen, zufolge besteht die größte Herausforderung in der Umsetzung des Dekrets, also in der Überwachung der tatsächlichen Einhaltung, wozu die Forschung einen Beitrag leisten könnte. Dazu versicherte der Finanzminister Ecuadors, Simón Cueva, dass derzeit verschiedene Optionen geprüft werden. An einigen Orten in der Welt gäbe es großes Interesse, dieses Thema zu unterstützen.

Auf 30.000 der 60.000 neu dazugekommenen Quadratkilometer ist jegliche Art von Fischfang verboten. Auf den übrigen 30.000 Quadratkilometern sind nur bestimmte Fischfangtechniken erlaubt, mit Ausnahme von Langleinen.

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