Venezuela / Politik

Das Wahlsystem und die Wahlen vom 14. April in Venezuela

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Die Wahlen in Venezuela werden seit Dezember 1998 mit Wahlcomputern durchgeführt. Zentrale Argumente für die Einführung von Wahlmaschinen waren, dass die Auszählung damit sehr viel schneller erfolgt und so politische Unsicherheiten unmittelbar nach dem Wahlgang vermieden werden. Zudem können Wähler mit den Geräten sicher identifiziert werden, etwa um eine mehrfache Stimmabgabe oder das Hinzufügen von Wahlzetteln zu verhindern.
Die Wahlen in Venezuela werden seit Dezember 1998 mit Wahlcomputern durchgeführt. Zentrale Argumente für die Einführung von Wahlmaschinen waren, dass die Auszählung damit sehr viel schneller erfolgt und so politische Unsicherheiten unmittelbar nach dem Wahlgang vermieden werden. Zudem können Wähler mit den Geräten sicher identifiziert werden, etwa um eine mehrfache Stimmabgabe oder das Hinzufügen von Wahlzetteln zu verhindern.

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Seit dem Jahr 2004 befindet sich die Firma Smartmatic, welche die Computer herstellt, mehrheitlich im Besitz des venezolanischen Staates. In den vergangenen 15 Jahren wurden sowohl die Computertechnik als auch der Wahlablauf in enger Absprache mit Vertretern der Opposition und internationalen Wahlbegleitern mehrfach überarbeitet.
Seit dem Jahr 2004 befindet sich die Firma Smartmatic, welche die Computer herstellt, mehrheitlich im Besitz des venezolanischen Staates. In den vergangenen 15 Jahren wurden sowohl die Computertechnik als auch der Wahlablauf in enger Absprache mit Vertretern der Opposition und internationalen Wahlbegleitern mehrfach überarbeitet.

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Ein Kernstück des Wahlsystems ist die persönliche Identifizierung des Wählers mithilfe eines getrennten Gerätes. Nach den Bekanntgabe eines Wahltermins lassen sich alle wahlberechtigten Personen, welche an dieser Wahl teilnehmen wollen, unter Angabe der Ausweisnummer, eines Fotos und eines Fingerabdrucks registrieren. Das damit entstandene Wählerregister wird von Spezialisten aller Parteien darauf überprüft, ob die eingeschriebenen Personen tatsächlich existieren.
Ein Kernstück des Wahlsystems ist die persönliche Identifizierung des Wählers mithilfe eines getrennten Gerätes. Nach den Bekanntgabe eines Wahltermins lassen sich alle wahlberechtigten Personen, welche an dieser Wahl teilnehmen wollen, unter Angabe der Ausweisnummer, eines Fotos und eines Fingerabdrucks registrieren. Das damit entstandene Wählerregister wird von Spezialisten aller Parteien darauf überprüft, ob die eingeschriebenen Personen tatsächlich existieren.

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Am Wahltag geben die Wahlhelfer die Ausweisnummer in das Gerät ein. Dann identifiziert man sich mit einem Fingerabdruck. Es erscheinen Name und Foto des Wählers. Die persönlichen Informationen sind ausschließlich auf einem Gerät gespeichert. Ein Wähler kann nur in dem dafür vorgesehenen Wahlbüro und nur an einem Wahltisch sein Stimmrecht ausüben. Es stimmten durchschnittlich 350 Personen an einem Computer ab.
Am Wahltag geben die Wahlhelfer die Ausweisnummer in das Gerät ein. Dann identifiziert man sich mit einem Fingerabdruck. Es erscheinen Name und Foto des Wählers. Die persönlichen Informationen sind ausschließlich auf einem Gerät gespeichert. Ein Wähler kann nur in dem dafür vorgesehenen Wahlbüro und nur an einem Wahltisch sein Stimmrecht ausüben. Es stimmten durchschnittlich 350 Personen an einem Computer ab.

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Die Wahlen wurden von mehreren Gruppen beobachtet. Die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) entsandte zwei Delegationen: eine Beobachtergruppe und die Beobachter der Organisation der Wahlbehörden Südamerikas (Uniore). Im Hintergrund (Mitte) steht der ehemalige Präsident Guatemalas, Álvaro Colom. Außerdem befanden sich Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Venezuela.
Die Wahlen wurden von mehreren Gruppen beobachtet. Die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) entsandte zwei Delegationen: eine Beobachtergruppe und die Beobachter der Organisation der Wahlbehörden Südamerikas (Uniore). Im Hintergrund (Mitte) steht der ehemalige Präsident Guatemalas, Álvaro Colom. Außerdem befanden sich Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Venezuela.

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Die Gruppe der internationalen Wahlbegleiter des CNE bestand aus 120 Personen aus 47 Ländern. Die Delegationen wurden von Samstag bis Montag auf alle 23 Bundesstaaten des Landes und die Hauptstadt Caracas verteilt, wo sie am Sonntag jeweils mehrere Wahlbüros besuchten und mit den Wahltischmitarbeitern sprachen.
Die Gruppe der internationalen Wahlbegleiter des CNE bestand aus 120 Personen aus 47 Ländern. Die Delegationen wurden von Samstag bis Montag auf alle 23 Bundesstaaten des Landes und die Hauptstadt Caracas verteilt, wo sie am Sonntag jeweils mehrere Wahlbüros besuchten und mit den Wahltischmitarbeitern sprachen.

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Alle Wahlen werden in Venezuela vom Nationalen Wahlrat (CNE) durchgeführt. Mit der neuen Verfassung von 1999 wurde er den drei Gewalten des bürgerlichen Rechtssystems (Legislative, Judikative und Exekutive) als "Poder Electoral" (Wahlgewalt) gleichgestellt. Jeder Bürger kann sich für die Mitarbeit bewerben. Die fünf Direktoren des Wahlrates, hier im Bild die amtierenden Direktorinnen, werden vom Parlament gewählt. Sie dürfen keiner politischen Partei angehören.
Alle Wahlen werden in Venezuela vom Nationalen Wahlrat (CNE) durchgeführt. Mit der neuen Verfassung von 1999 wurde er den drei Gewalten des bürgerlichen Rechtssystems (Legislative, Judikative und Exekutive) als "Poder Electoral" (Wahlgewalt) gleichgestellt. Jeder Bürger kann sich für die Mitarbeit bewerben. Die fünf Direktoren des Wahlrates, hier im Bild die amtierenden Direktorinnen, werden vom Parlament gewählt. Sie dürfen keiner politischen Partei angehören.

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Das Direktorium wählt den Präsidenten des Wahlrates, hier die amtierende Präsidentin, Tibisay Lucena im Gespräch mit Wahlbegleitern. Seit 1998 organisierte der CNE mit 18 landesweiten Wahlgängen (Präsidentschafts-, Regional- und Kommunalwahlen sowie Referenden) mehr Wahlen als zuvor in 40 Jahren repräsentativer Demokratie stattfanden. Außerdem führt er parteiinterne Vorwahlen und Gewerkschaftswahlen durch.
Das Direktorium wählt den Präsidenten des Wahlrates, hier die amtierende Präsidentin, Tibisay Lucena im Gespräch mit Wahlbegleitern. Seit 1998 organisierte der CNE mit 18 landesweiten Wahlgängen (Präsidentschafts-, Regional- und Kommunalwahlen sowie Referenden) mehr Wahlen als zuvor in 40 Jahren repräsentativer Demokratie stattfanden. Außerdem führt er parteiinterne Vorwahlen und Gewerkschaftswahlen durch.

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Am Freitag äußerte sich Carlos Álvarez, Leiter der Unasur-Delegation, zu den Vorgesprächen mit den Wahlkampfstäben. Während 20 Parteien im Vorfeld eine Erklärung des CNE unterzeichneten, dass sie das Resultat unabhängig vom Ergebnis anerkennen werden, verweigerte Henrique Capriles eine solche Anerkennung. Der Präsident des Parlaments, Diosdado Cabello, unterstellte, die Opposition behalte sich die Nicht-Anerkennung vor, um bei einem knappen Ergebnis Unruhen und Neuwahlen zu provozieren.
Am Freitag äußerte sich Carlos Álvarez, Leiter der Unasur-Delegation, zu den Vorgesprächen mit den Wahlkampfstäben. Während 20 Parteien im Vorfeld eine Erklärung des CNE unterzeichneten, dass sie das Resultat unabhängig vom Ergebnis anerkennen werden, verweigerte Henrique Capriles eine solche Anerkennung. Der Präsident des Parlaments, Diosdado Cabello, unterstellte, die Opposition behalte sich die Nicht-Anerkennung vor, um bei einem knappen Ergebnis Unruhen und Neuwahlen zu provozieren.

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Ein wichtiger Teil der Wahlvorbereitung findet in technischen Zentrum des CNE statt. Hier werden die 39.000 Abstimmungsgeräte gewartet, repariert und unmittelbar vor jedem Wahlgang programmiert. Auf dem Bild sind die drei Geräte der 4000er Reihe zu sehen, die zur Zeit verwendet werden.
Ein wichtiger Teil der Wahlvorbereitung findet in technischen Zentrum des CNE statt. Hier werden die 39.000 Abstimmungsgeräte gewartet, repariert und unmittelbar vor jedem Wahlgang programmiert. Auf dem Bild sind die drei Geräte der 4000er Reihe zu sehen, die zur Zeit verwendet werden.

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Der Wahlcomputer enthält den Prozessor, eine Grafikkarte und die Bildschirmsteuerung. Außerdem signalisiert das Gerät akustisch etwaige Fehler. Die persönlichen Informationen über die Wähler sind auf einem entnehmbaren Flash-Speicher enthalten, die Abstimmungsergebnisse werden in einem getrennten festverbauten Memory-Speicher festgehalten.
Der Wahlcomputer enthält den Prozessor, eine Grafikkarte und die Bildschirmsteuerung. Außerdem signalisiert das Gerät akustisch etwaige Fehler. Die persönlichen Informationen über die Wähler sind auf einem entnehmbaren Flash-Speicher enthalten, die Abstimmungsergebnisse werden in einem getrennten festverbauten Memory-Speicher festgehalten.

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Nachdem der Monitor durch die Eingabe der biometrischen Informationen des Wählers freigeschaltet wurde, kann die Person abstimmen. Sie enthält einen Papierbeleg mit dem Votum, der danach in eine Urne geworfen wird.
Nachdem der Monitor durch die Eingabe der biometrischen Informationen des Wählers freigeschaltet wurde, kann die Person abstimmen. Sie enthält einen Papierbeleg mit dem Votum, der danach in eine Urne geworfen wird.

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Jede Wahlmaschine wird mit einer Autobatterie ausgeliefert. Das gesamt System läuft auch autonom auf 12 Volt, sollte der Strom ausfallen. Wenn das Gerät nach seiner Inbetriebnahme durch die Wahltischmitarbeiter Probleme aufweist, kann es innerhalb von drei Stunden ausgewechselt werden. Das neue Gerät wird mit dem entnehmbaren Flash-Speicher mit den Wählerinformationen ausgerüstet. Bei diesen Wahlen mussten vor Sonntag 576 Geräte ausgewechselt werden.
Jede Wahlmaschine wird mit einer Autobatterie ausgeliefert. Das gesamt System läuft auch autonom auf 12 Volt, sollte der Strom ausfallen. Wenn das Gerät nach seiner Inbetriebnahme durch die Wahltischmitarbeiter Probleme aufweist, kann es innerhalb von drei Stunden ausgewechselt werden. Das neue Gerät wird mit dem entnehmbaren Flash-Speicher mit den Wählerinformationen ausgerüstet. Bei diesen Wahlen mussten vor Sonntag 576 Geräte ausgewechselt werden.

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Der Wahlcomputer wird mit einem Schlüssel und einem Zahlencode ausgeliefert. Nach der Überprüfung des Gerätes durch die Wahltischmitarbeiter verwahrt der Präsident des Wahltisches diese Sicherungen bis zum Wahltag auf. Im Hintergrund steht eines der Tabletts, auf denen die Parteien, Namen und Gesichter der Kandidaten angebracht werden. Durch Antippen einer Person auf dem Tablett findet die Wahl statt.
Der Wahlcomputer wird mit einem Schlüssel und einem Zahlencode ausgeliefert. Nach der Überprüfung des Gerätes durch die Wahltischmitarbeiter verwahrt der Präsident des Wahltisches diese Sicherungen bis zum Wahltag auf. Im Hintergrund steht eines der Tabletts, auf denen die Parteien, Namen und Gesichter der Kandidaten angebracht werden. Durch Antippen einer Person auf dem Tablett findet die Wahl statt.

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Die Geräte werden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vor der Wahl verschickt. Ab diesem Zeitpunkt gilt in Venezuela das "Ley Seca": Der Ausschank von Alkohol ist verboten. Ebenso darf in diesem Zeitraum keine Wahlwerbung gemacht werden und die Veröffentlichung von Prognosen ist verboten. Die Außengrenzen auf dem Landweg werden geschlossen.
Die Geräte werden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vor der Wahl verschickt. Ab diesem Zeitpunkt gilt in Venezuela das "Ley Seca": Der Ausschank von Alkohol ist verboten. Ebenso darf in diesem Zeitraum keine Wahlwerbung gemacht werden und die Veröffentlichung von Prognosen ist verboten. Die Außengrenzen auf dem Landweg werden geschlossen.

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Am Freitag gegen 6 Uhr finden sich alle Wahltischmitarbeiter in den Wahlbüros ein und installieren die Wahlcomputer. Nach einem Testlauf werden die Geräte bis Sonntag vom Militär bewacht.
Am Freitag gegen 6 Uhr finden sich alle Wahltischmitarbeiter in den Wahlbüros ein und installieren die Wahlcomputer. Nach einem Testlauf werden die Geräte bis Sonntag vom Militär bewacht.

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Vor den Wahlbüros informieren sich die Wählerinnen und Wähler anhand ihrer Ausweisnummer, an welchem Wahltisch sie ihre Stimme abgeben können.
Vor den Wahlbüros informieren sich die Wählerinnen und Wähler anhand ihrer Ausweisnummer, an welchem Wahltisch sie ihre Stimme abgeben können.

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Danach stellen sie sich vor dem Wahltisch an. Da die Wahltischmitarbeiter vom 14. April bereits die Wahlen im Oktober und Dezember 2012 begleitet hatten, bestand eine große Routine in der Durchführung. Ein Wahlgang dauerte zwischen 30 Sekunden und drei Minuten. Es bildeten sich kaum Schlangen.
Danach stellen sie sich vor dem Wahltisch an. Da die Wahltischmitarbeiter vom 14. April bereits die Wahlen im Oktober und Dezember 2012 begleitet hatten, bestand eine große Routine in der Durchführung. Ein Wahlgang dauerte zwischen 30 Sekunden und drei Minuten. Es bildeten sich kaum Schlangen.

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Am Wahltisch prüft eine Mitarbeiterin die Personaldokumente des Wählers. Am zweiten Tisch wird das Gerät durch die biometrischen Informationen des Wähler freigeschaltet. Hinter der Sichtwand (hinten Mitte) steht der Wahlcomputer und das Tablett. Nach der Abgabe der Stimme wirft der Wähler den Papierbeleg in die Urne (hinten rechts).
Am Wahltisch prüft eine Mitarbeiterin die Personaldokumente des Wählers. Am zweiten Tisch wird das Gerät durch die biometrischen Informationen des Wähler freigeschaltet. Hinter der Sichtwand (hinten Mitte) steht der Wahlcomputer und das Tablett. Nach der Abgabe der Stimme wirft der Wähler den Papierbeleg in die Urne (hinten rechts).

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Danach zeichnet er in der Wahlliste seine Anwesenheit und den korrekten Ablauf des Wahlgangs ab und wird mithilfe blauer Farbe markiert, damit er an diesem Tag nicht noch einmal wählen gehen kann.
Danach zeichnet er in der Wahlliste seine Anwesenheit und den korrekten Ablauf des Wahlgangs ab und wird mithilfe blauer Farbe markiert, damit er an diesem Tag nicht noch einmal wählen gehen kann.

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Sobald alle in diesem Computer registrierten Personen von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben bzw. nach 18 Uhr keine weiteren Wähler warten, wird der Wahltisch geschlossen. Zunächst druckt der Wahlcomputer fünf Belege mit dem Ergebnis und den Unterschriften der Wahltischmitarbeiter aus – einen Beleg für jede der anwesenden Parteien.
Sobald alle in diesem Computer registrierten Personen von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben bzw. nach 18 Uhr keine weiteren Wähler warten, wird der Wahltisch geschlossen. Zunächst druckt der Wahlcomputer fünf Belege mit dem Ergebnis und den Unterschriften der Wahltischmitarbeiter aus – einen Beleg für jede der anwesenden Parteien.

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Auf diesen Belegen sind alle an diesem Gerät abgegebenen tabellarisch nach Partei und Kandidat aufgelistet. Sie sind zur späteren Überprüfung des Ergebnisses im Falle einer Anfechtung. Bis zu diesem Zeitpunkt kann jeder Wahltischmitarbeiter die Abstimmung stoppen. An diesem 14. April gab es an den 39.000 Wahltischen bis 22 Uhr keine einzige Beschwerde.
Auf diesen Belegen sind alle an diesem Gerät abgegebenen tabellarisch nach Partei und Kandidat aufgelistet. Sie sind zur späteren Überprüfung des Ergebnisses im Falle einer Anfechtung. Bis zu diesem Zeitpunkt kann jeder Wahltischmitarbeiter die Abstimmung stoppen. An diesem 14. April gab es an den 39.000 Wahltischen bis 22 Uhr keine einzige Beschwerde.

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Wenn die Wahltischmitarbeiter das Ergebnis gegengezeichnet haben, wird der Computer erstmals mit einem Netz verbunden. Über das graue Kabel (unten) werden die Ergebnisse, verschlüsselt mit 128 Bit-Codierung, an einen Server der staatlichen Telefongesellschaft Cantv übertragen.
Wenn die Wahltischmitarbeiter das Ergebnis gegengezeichnet haben, wird der Computer erstmals mit einem Netz verbunden. Über das graue Kabel (unten) werden die Ergebnisse, verschlüsselt mit 128 Bit-Codierung, an einen Server der staatlichen Telefongesellschaft Cantv übertragen.

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Da an diesem Sonntag ab 18 Uhr massive Denial-of-Service-Attacken auf die Server von Cantv und dem CNE stattfanden, kam es bei zahlreichen Wahltischen zu Problemen mit der Datenübertragung. Als alternativen Weg der Übermittlung können die Wahltischmitarbeiter Funkmodems benutzen, was in diesem Fall schließlich zum Erfolg führte. Unten ein Tablett mit den Gesichtern der Kandidaten.
Da an diesem Sonntag ab 18 Uhr massive Denial-of-Service-Attacken auf die Server von Cantv und dem CNE stattfanden, kam es bei zahlreichen Wahltischen zu Problemen mit der Datenübertragung. Als alternativen Weg der Übermittlung können die Wahltischmitarbeiter Funkmodems benutzen, was in diesem Fall schließlich zum Erfolg führte. Unten ein Tablett mit den Gesichtern der Kandidaten.

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Auf dem Bildschirm des Wahlcomputers bestätigt der Server des CNE den Eingang des Ergebnisses von dieser Maschine.
Auf dem Bildschirm des Wahlcomputers bestätigt der Server des CNE den Eingang des Ergebnisses von dieser Maschine.

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Die Urnen mit den Papierbelegen, die nicht vor Ort überprüft werden – dies sind etwa 46 Prozent – werden nun versiegelt und von allen fünf Wahltischmitarbeitern gegengezeichnet. Sie werden für den Fall einer späteren Überprüfung vom CNE archiviert.
Die Urnen mit den Papierbelegen, die nicht vor Ort überprüft werden – dies sind etwa 46 Prozent – werden nun versiegelt und von allen fünf Wahltischmitarbeitern gegengezeichnet. Sie werden für den Fall einer späteren Überprüfung vom CNE archiviert.

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In jedem Wahlbüro werden mindestens 54 Prozent der Wahltische in einer öffentlichen Auszählung überprüft und mit dem digitalen Ergebnis abgeglichen. Die zu überprüfenden Geräte werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. An der Auszählung können Wahltischmitarbeiter, Beobachter und alle hier registrierten Wähler teilnehmen. Dafür wird der Inhalt der Urne auf den Tisch gekippt.
In jedem Wahlbüro werden mindestens 54 Prozent der Wahltische in einer öffentlichen Auszählung überprüft und mit dem digitalen Ergebnis abgeglichen. Die zu überprüfenden Geräte werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. An der Auszählung können Wahltischmitarbeiter, Beobachter und alle hier registrierten Wähler teilnehmen. Dafür wird der Inhalt der Urne auf den Tisch gekippt.

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Jeder einzelne Beleg wird hochgehoben und laut vorgelesen. Der Wahltischmitarbeiter nennt jeweils die Partei und den Kandidaten.
Jeder einzelne Beleg wird hochgehoben und laut vorgelesen. Der Wahltischmitarbeiter nennt jeweils die Partei und den Kandidaten.

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Die Belege werden von einem weiteren Mitarbeiter sortiert (Stapel im Vordergrund). Am Ende werden die Belege laut nachgezählt. Die Auszählung der an diesem Computer abgegebenen ca. 360 Stimmen dauerte etwa 90 Minuten.
Die Belege werden von einem weiteren Mitarbeiter sortiert (Stapel im Vordergrund). Am Ende werden die Belege laut nachgezählt. Die Auszählung der an diesem Computer abgegebenen ca. 360 Stimmen dauerte etwa 90 Minuten.

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Jede einzelne Stimme und das Auszählungsergebnis wird im Wahlheft vermerkt. Auch das Wahlheft wird am Ende an den CNE übersandt. In keinem einzigen Fall gab es bei diesen Wahlen einen Unterschied zwischen Belegen und Computerergebnis. Nach Auskunft der internationalen Wahlbeobachter ist dies auch bei den vorhergegangen Wahlen niemals der Fall gewesen.
Jede einzelne Stimme und das Auszählungsergebnis wird im Wahlheft vermerkt. Auch das Wahlheft wird am Ende an den CNE übersandt. In keinem einzigen Fall gab es bei diesen Wahlen einen Unterschied zwischen Belegen und Computerergebnis. Nach Auskunft der internationalen Wahlbeobachter ist dies auch bei den vorhergegangen Wahlen niemals der Fall gewesen.

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Ab 20 Uhr versammelten sich die internationale Presse und die Wahlbeobachter im Zelt des Nationalen Wahlrates, um auf die Verlesung des vorläufigen Endergebnisses zu warten. Bei diesen Wahlen verzögerte sich die Bekanntgabe des 1. Wahlberichtes, da der CNE solange abwarteten musste, bis das Ergebnis statistisch unumkehrbar ist.
Ab 20 Uhr versammelten sich die internationale Presse und die Wahlbeobachter im Zelt des Nationalen Wahlrates, um auf die Verlesung des vorläufigen Endergebnisses zu warten. Bei diesen Wahlen verzögerte sich die Bekanntgabe des 1. Wahlberichtes, da der CNE solange abwarteten musste, bis das Ergebnis statistisch unumkehrbar ist.

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Gegen 22 Uhr trat das Direktorium des Nationalen Wahlrates vor die Presse und verkündete das vorläufige Endergebnis: Nicolás Maduro erhielt demnach 7.505.338 Stimmen und Henrique Capriles 7.270.403 Stimmen. Die Differenz beträgt zu diesem Zeitpunkt 234.935 abgegebene Stimmen. Tibisay Lucena erklärte, sie habe bereits lange mit beiden Kandidaten telefoniert und appellierte an alle Parteien, das knappe aber unumkehrbare Ergebnis anzuerkennen.
Gegen 22 Uhr trat das Direktorium des Nationalen Wahlrates vor die Presse und verkündete das vorläufige Endergebnis: Nicolás Maduro erhielt demnach 7.505.338 Stimmen und Henrique Capriles 7.270.403 Stimmen. Die Differenz beträgt zu diesem Zeitpunkt 234.935 abgegebene Stimmen. Tibisay Lucena erklärte, sie habe bereits lange mit beiden Kandidaten telefoniert und appellierte an alle Parteien, das knappe aber unumkehrbare Ergebnis anzuerkennen.

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Nachdem die vier Direktorinnen des CNE sich von den Stühlen erhoben hatten, begann Vicente Diáz, von dem bekannt ist, dass er der Opposition nahe steht, eine eigene Erklärung zu verlesen. Darin kündigte er an, dass die Opposition angesichts des knappen Ergebnisses einen Anspruch darauf habe, dass 100 Prozent der Belege nachgezählt werden. Auf diese Erklärung bezog sich am nächsten Tag Henrique Capriles, als er zu Straßenprotesten gegen den CNE aufrief.
Nachdem die vier Direktorinnen des CNE sich von den Stühlen erhoben hatten, begann Vicente Diáz, von dem bekannt ist, dass er der Opposition nahe steht, eine eigene Erklärung zu verlesen. Darin kündigte er an, dass die Opposition angesichts des knappen Ergebnisses einen Anspruch darauf habe, dass 100 Prozent der Belege nachgezählt werden. Auf diese Erklärung bezog sich am nächsten Tag Henrique Capriles, als er zu Straßenprotesten gegen den CNE aufrief.

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Allerdings hatte Diáz zu keinem Zeitpunkt die Seriösität des Ergebnisses infrage gestellt und betonte auch in den folgenden Tagen immer wieder, dass es seiner Ansicht nach gültig sei. Mit Fortschreiten der Auszählung erhöhte sich der Abstand von Nicolás Maduro leicht auf 270.000 Stimmen. Die vier unabhängigen Kandidaten erreichten zwischen 2.000 und 20.000 Stimmen und blieben damit deutlich unter der Ein-Prozent-Grenze.
Allerdings hatte Diáz zu keinem Zeitpunkt die Seriösität des Ergebnisses infrage gestellt und betonte auch in den folgenden Tagen immer wieder, dass es seiner Ansicht nach gültig sei. Mit Fortschreiten der Auszählung erhöhte sich der Abstand von Nicolás Maduro leicht auf 270.000 Stimmen. Die vier unabhängigen Kandidaten erreichten zwischen 2.000 und 20.000 Stimmen und blieben damit deutlich unter der Ein-Prozent-Grenze.

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Die Diskussion um die gewaltsamen Proteste überlagerte in den folgenden Tagen die politische Bewertung der Ergebnisse: Gegenüber den Wahlen im Oktober 2012 verlor die bolivarische Bewegung etwa 600.000 Stimmen, während die Opposition gut 700.000 Stimmen hinzugewann. Etwa zwei Drittel lassen sich wahrscheinlich auf eine Wählerwanderung zurückführen, wobei hauptsächlich jüngere Wähler und Angehörige der Mittelklasse in von der Opposition dominierten Bundesstaaten das politische Lager wechselten.
Die Diskussion um die gewaltsamen Proteste überlagerte in den folgenden Tagen die politische Bewertung der Ergebnisse: Gegenüber den Wahlen im Oktober 2012 verlor die bolivarische Bewegung etwa 600.000 Stimmen, während die Opposition gut 700.000 Stimmen hinzugewann. Etwa zwei Drittel lassen sich wahrscheinlich auf eine Wählerwanderung zurückführen, wobei hauptsächlich jüngere Wähler und Angehörige der Mittelklasse in von der Opposition dominierten Bundesstaaten das politische Lager wechselten.

Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in Venezuela am 14. April fiel überraschend knapp aus. In den Wochen vor der Abstimmung hatten die Umfrageinstitute dem Übergangspräsidenten Nicolás Maduro einen Vorsprung von 10 bis 20 Prozent vorausgesagt. Nachdem der Nationale Wahlrat (CNE) des Landes das Resultat bekannt gab, dem zufolge Maduro mit einem Vorsprung von nur 230.000 Stimmen gewonnen hatte, weigerte sich der Kandidat der Opposition, Henrique Capriles, am folgenden Tag, das Ergebnis anzuerkennen und rief seine Anhänger dazu auf, ihre "Wut auf die Straße" zu tragen.

Bei gewaltsamen Übergriffen auf Unterstützer der sozialistischen Regierung starben insgesamt zehn Personen, mehr als 70 wurden teilweise schwer verletzt. Seitdem bestimmt die Debatte über die Legitimität des Ergebnisses die venezolanische und auch die internationale Berichterstattung. Als einer der internationalen Wahlbegleiter beobachtete Malte Daniljuk, Redakteur für das Ressort Hintergrund und Analyse bei amerika21.de, die Wahlen in der Hauptstadt Caracas.

Vor den Wahlen hatten sich mit 18.904.364 Personen etwa zwei Drittel der gesamten Bevölkerung für den Wahlgang registrieren lassen, was etwa der Bevölkerung im wahlberechtigten Alter entspricht. Davon gaben 15.056.160 Personen ihre Stimme ab, d.h. die Wahlbeteiligung lag bei 79,69 Prozent. Nur 0,44 Prozent der Stimmen waren Null-Voten, also für keinen der angetretenen sechs Kandidaten.

Der Wahlgang wurde von insgesamt 220.000 ehrenamtlichen Wahltischmitarbeitern durchgeführt. Davon sind 80.000 operative Mitarbeiter, welche für die Geräte zuständig sind. Bei 39.000 Wahlcomputern entspricht dies zwei Personen pro Maschine. Etwa die Hälfte der Wahltischmitarbeiter gehört der Opposition an. Von den etwa fünf Mitarbeitern pro Wahltisch üben je zwei offiziell die Zeugenfunktion aus. Die Gruppe wählt außerdem einen Präsidenten des Wahltisches. In den oppositionell dominierten Gebieten setzt sich bei dieser Wahl normalerweise die Opposition durch.

Insgesamt besteht der venezolanische Wahlprozess aus 18 organisatorischen Einzelschritten, von denen 16 unter Beteiligung von Technikern und Zeugen der Opposition stattfinden. Nur der Hin- und Rücktransport der Maschinen zwischen CNE und Wahlbüros wird vom Militär organisiert.

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