Jahrestag im Ayotzinapa-Fall: Mexikos Regierung verschiebt Bericht

Deutsche und mexikanische Gruppen kritisieren Exporte von G36-Gewehren. Die Waffen sollen in der Tatnacht eingesetzt worden sein

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Eltern der 43 Lehramtsstudenten protestieren vor dem Militärkazerne in Guerrero, Mexiko
Eltern der 43 Lehramtsstudenten protestieren vor dem Militärkazerne in Guerrero, Mexiko

Tabasco/Mexiko-Stadt. Zum 12. Jahrestag des Verschwindens von 43 Studierenden finden in ganz Mexiko Gedenkveranstaltungen statt. Die Präsidentin Claudia Scheinbaum Pardo erklärte bei ihrer täglichen Pressekonferenz, dass der Staatssekretär Arturo Medina und der für den Fall Ayotzinapa zuständige Sonderstaatsanwalt Mauricio Pazarán erst am Montag über die aktuellen Ermittlungen berichten werden.

Die 43 jungen Menschen verschwanden in der Nacht vom 26. auf den 27. September 2014 in der kleinen Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero. Sie wurden von der Bundespolizei angegriffen und verschleppt und gelten seitdem als vermisst.

Der Bericht sollte zum Jahrestag erscheinen und über neue Ermittlungslinien zum Fall des Verschwindenlassens der 43 Lehramtsstudenten informieren. "Wir haben den Termin vertagt, da heute viele Aktivitäten stattfinden und am Sonnabend die Demo angesetzt ist", so Scheinbaum bei ihrer Konferenz.

Die Eltern der 43 Opfer haben dennoch ihre Proteste vor Tagen begonnen. Vor der mexikanischen Menschenrechtskommission (CNDH) in Mexiko-Stadt haben sie zusammen mit Kommilitonen der Opfer eine Kundgebung organisiert. Ihr Ziel war ein Treffen mit der Präsidentin der CNDH, Rosario Piedra Ibarra, um über die letzte CNDH-Empfehlung zu sprechen. Das CNCH emphahl das Militär bei den Verbrechen des Verschwindenlassens der Lehramtsstudenten zu entlasten. "Diese Empfehlung ist sinnlos. Denn seriöse und unabhängige Ermittlungen haben gezeigt, dass das Militär an dem Verschwindenlassen der jungen Männer beteiligt war", so Isidoro Vicario Aguilar, Anwalt der Eltern der 43 Opfer.

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Die Deutsche Menschenrechtskommission-Mexiko verfasste zusammen mit weiteren deutschen und mexikanischen Menschenrechtsorganisationen einen Brief an Ministerpräsident Cem Özdemir. Darin fordern sie, dass das Land Baden-Württemberg Verantwortung für die illegalen Waffenexporte nach Mexiko von G36-Sturmgewehren übernimmt. Diese Kriegswaffen wurden in der Tatnacht des Verbrechens eingesetzt.

In der Nacht vom 26. September verschwanden nicht nur die 43 jungen Studenten, zudem wurden sechs weitere Personen hingerichtet und mehr als 40 verletzt. Dabei wurden 99 Gewehren des deutschen Herstellers Heckler & Koch eingesetzt, auch vom Typ G-39.

Die konkreten Forderungen des Briefes sind: Psychosoziale und gesundheitliche Unterstützung für betroffene Gemeinschaften, insbesondere in Fällen, in denen der Einsatz der illegal exportierten Waffen belegt ist - wie im Fall Ayotzinapa. Dokumentation und Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen. Verhinderung weiterer Fälle. Kultur der Verantwortlichkeit im internationalen Waffenhandel.

Parallel dazu organisieren studentische Gruppen und Kollektive solidarisch mit den 43 Eltern Kundgebungen in Iguala und Chilpancingo, der Hauptstadt des Bundesstaats Guerrero.