Chile / Politik

Chile tritt Trumps Bündnis "Shield of the Americas" bei

kast.jpg

Chiles Präsident Kast (Bildmitte) setzt Chiles Beitritt zum Shield of the americas durch
Chiles Präsident Kast (Bildmitte) setzt Chiles Beitritt zum Shield of the americas durch

Santiago de Chile. Die chilenische Regierung hat am 22. September angekündigt, dem umstrittenen Bündnis "Shield of the Americas" beizutreten. Die Entscheidung wurde im Rahmen des Besuchs des rechten Präsidenten José Antonio Kast in New York mitgeteilt, wo Kast zum ersten Mal an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilnimmt. Von der chilenischen Opposition wurde diese Entscheidung umgehend kritisiert. Sie befürchtet, der Beitritt könne die Souveränität Chiles und die Außenpolitik beeinträchtigen.

Das Bündnis "Shield of the Americas" wurde von US-Präsident Donald Trump mit dem vorgeblichen Ziel initiiert, Drogenhandel, Verbrechen und Terrorismus zu bekämpfen. Kritiker:innen befürchten jedoch, dass das Bündnis der militärischen Intervention und der Unterwerfung unter die USA dient. Dem Bündnis gehören neben den USA mehrere rechts regierte lateinamerikanische Staaten an, darunter Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guyana, Honduras, Panama, Paraguay und Peru.

Die Sozialistische Partei (PS) Chiles bezeichnete die Entscheidung Kasts als "äußerst schlechtes Zeichen" und bemängelte, die Regierung habe diese Entscheidung ohne öffentliche Debatte getroffen und ohne offenzulegen, was diese Entscheidung für Bereiche wie Verteidigung, Geheimdienstinformationen, die Anwesenheit von ausländischen Agent:innen und eine mögliche Beteiligung an gemeinsamen Operationen bedeutet.

Laut der PS ist der "Schild Amerikas" nicht nur ein Mittel zum Informationsaustausch, sondern ein von Trump einberufenes militärisches Sicherheitsbündnis im Rahmen einer Politik, die offen die Vorherrschaft der USA in der Hemisphäre einfordere.

Über den Tellerrand schauen?

Mit Ihrer Spende können wir Ihnen täglich das Geschehen in Lateinamerika näher bringen.

Auf Kritikpunkte an dieser Allianz angesprochen, antwortete Kast gegenüber der Presse am Rand der UN-Vollversammlung in New York, der "Schild Amerikas" sei kein Abkommen und sehe auch nicht eine chilenische Beteiligung an militärischen Operationen vor. Vielmehr beinhalte es Absprachen zwischen den Ländern und einen Informationsaustausch im Zusammenhang mit kriminellen Organisationen.

Diese Darstellung widerspricht allerdings dem, was Trump selbst erklärt hatte, als er die Initiative im März dieses Jahres vorgestellt hatte. Damals kündigte Trump ein "neues Militärbündnis" an und rief die beteiligten lateinamerikanischen Staaten dazu auf, ihre Armeen gegen die Drogenkartelle einzusetzen, wie das digitale Medium El Mostrador berichtet.

Mehrere chilenische Oppositionelle zeigten sich beunruhigt über den Beitritt Chiles, darunter Ignacio Achurra von der linken Partei Frente Amplio und Iván Flores von der Mitte-links-Partei Democracia Cristiana.