Gewalt gegen Frauen bleibt drängendes Problem in Lateinamerika

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Eine Demonstration in Honduras zum Weltfrauentag 2026 (Symbolbild)
Eine Demonstration in Honduras zum Weltfrauentag 2026 (Symbolbild)

Tegucigalpa et al. Trotz vorhandener Gesetze zum Schutz von Frauen in Lateinamerika stehen deren defizitäre Anwendung, Straffreiheit und fehlende Schutzmechanismen der Reduktion von Gewalttaten weiterhin entgegen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) zu geschlechtsspezifischer Gewalt in der Region.

Auf der 16. Regionalkonferenz der CEPAL-Staaten zur "Frau Lateinamerikas und der Karibik" im August 2025 unterzeichneten die Mitgliedstaaten die Verpflichtung von Tlatelolco, die ein Aktionsjahrzehnt von 2025 bis 2035 vorsieht. Dies soll die Verwirklichung der substanziellen Gleichstellung der Geschlechter und einer Gesellschaft der Fürsorge voranbringen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine von drei Frauen in der Region im Alter zwischen 15 und 49 Jahren bereits physische oder sexualisierte Gewalt durch den Partner oder sexualisierte Gewalt durch eine andere Person erlebt. Gleichzeitig sind Frauen unterschiedlich gefährdet, zum Beispiel aufgrund ihrer Identität oder ihrer Beteiligung am öffentlichen Leben. Eine intersektionale Betrachtung zur Gewalt gegen Frauen geht aus den meisten länderspezifischen Statistiken jedoch nicht hervor.

Honduras hat laut der aktuellen Erhebung über das Jahr 2024 mit 3,1 Fällen pro 100.000 Frauen die höchste Femizidrate der Region, gefolgt von Guatemala mit 1,9 Fällen. In Honduras hat sich die Anzahl der Femizide im Vergleich zu 2015 mehr als halbiert. In Guatemala gibt es im Vergleich zu 2020 wieder einen Anstieg. Die Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt sind in den meisten Ländern zwischen 15 und 44 Jahre alt. Überwiegend geht die Gewalt vom Partner oder Ex-Partner aus.

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Der Femizid, also der Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist, ist in 20 der 33 lateinamerikanischen und karibischen Staaten im Strafgesetz verankert. Allerdings ist Straffreiheit ebenso ein Problem wie eine sekundäre Viktimisierung der betroffenen Personen, wenn Risikoanzeigen nicht ernst genommen werden oder der Schutz der Betroffenen nicht wirksam umgesetzt wird. Der Zugang zu Schutzeinrichtungen sowie zu Entschädigung für Opfer oder deren Angehörige ist nach wie vor eingeschränkt.

Zu den vorgeschlagenen Strategien zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt zählen insbesondere die Stärkung von Frühwarnsystemen und die Verbesserung der Risikobewertung unter Einbeziehung von Indikatoren für sexualisierte und digitale Gewalt.

Der CEPAL-Bericht betont außerdem die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Justiz, Gesundheit, Bildung und Sozialschutz sowie die öffentliche Finanzierung und die internationale Zusammenarbeit, um umfassende Dienstleistungen zum Schutz von Frauen vor Gewalt zu gewährleisten. Aufklärungskampagnen, die sich an Männer, Jugendliche und Kinder richten, zielen darauf ab, patriarchale soziale und kulturelle Muster aufzubrechen, die Gewalt aufrechterhalten. Diese Initiativen erfordern kontinuierliche Investitionen und politisches Engagement, um ihre Wirkung zu sichern.