Kolumbien / Umwelt / Politik

Konferenz in Kolumbien zum Ausstieg aus fossilen Energien

Treffen findet außerhalb der UN-Klimaverhandlungen statt. Einberufen von Kolumbien und den Niederlanden. 56 Länder und über 2.600 Organisationen vertreten

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Die amtierende Umweltministerin Irene Vélez Torres sowie der niederländische Klimabeauftragte Prinz Jaime de Bourbon-Parma
Die amtierende Umweltministerin Irene Vélez Torres sowie der niederländische Klimabeauftragte Prinz Jaime de Bourbon-Parma

Santa Marta. Seit Freitag findet in Santa Marta die Erste Internationale Konferenz für den Übergang über fossile Brennstoffe hinaus statt, ein Treffen, das von Kolumbien und den Niederlanden einberufen worden ist und Vertreter aus 56 Ländern sowie mehr als 2.600 Organisationen zusammenbringt. 

Nach Angaben des kolumbianischen Umweltministeriums repräsentieren die teilnehmenden Länder etwa ein Fünftel der weltweiten Produktion fossiler Brennstoffe und rund ein Drittel ihres Verbrauchs. Die Verteilung der Delegationen umfasst etwa ein Drittel aus Europa, 20 Prozent aus Lateinamerika und der Karibik, 16 Prozent aus Afrika, zwölf Prozent aus Asien und 15 Prozent aus Ozeanien, einschließlich pazifischer Inselstaaten.

Ziel der Konferenz ist es, Strategien zur Verringerung der Abhängigkeit von Erdöl, Gas und Kohle zu entwickeln, im Einklang mit internationalen Klimazielen. Nach Angaben der kolumbianischen Behörden soll das Treffen Länder des Globalen Nordens und Südens rund um eine gemeinsame Agenda für die Energiewende zusammenbringen.

Die Konferenz findet außerhalb des Rahmens der Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen statt. Berichten zufolge entsteht diese Initiative vor dem Hintergrund, dass nach Jahrzehnten internationaler Verhandlungen kein konkretes Abkommen zur schrittweisen Abschaffung fossiler Brennstoffe erreicht wurde.

Das Treffen findet zudem in einem internationalen Kontext statt, der von Spannungen auf den Energiemärkten geprägt ist. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurde die Unterbrechung der Energieversorgung im Persischen Golf im Jahr 2026 als eine der größten Herausforderungen für die Energiesicherheit in der jüngeren Vergangenheit eingestuft.

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Während der Konferenz werden Themen wie die Transformation von wirtschaftlich von fossilen Brennstoffen abhängigen Volkswirtschaften, die internationale Finanzierung der Energiewende, der Abbau von Subventionen sowie der Ausbau erneuerbarer Energien behandelt. Zudem werden Vorschläge zur Ausarbeitung nationaler Fahrpläne für die schrittweise Reduzierung von Produktion und Verbrauch fossiler Energieträger diskutiert.

Der Präsident von Kolumbien, Gustavo Petro, nahm am 27. und 28. April an der Konferenz teil. Aus diesem Anlass haben die lokalen Behörden besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, darunter Mobilitätseinschränkungen, temporäre Straßensperrungen sowie Beschränkungen für den Einsatz von Drohnen in Teilen der Stadt.

Neben Regierungsvertretern nehmen auch soziale, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen an der Konferenz teil. Die Plataforma Colombiana de Derechos Humanos, Democracia y Desarrollo erklärte in einer Stellungnahme, dass die Energiewende einen menschenrechtlichen Ansatz berücksichtigen müsse, der den Schutz wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und ökologischer Rechte gewährleistet.

Internationale Organisationen betonen zudem, dass das Treffen die Koordination zwischen Ländern erleichtern soll, die einen schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben, in einem Kontext wachsender Belastungen für die globalen Energiesysteme.

Die Konferenz dauert noch bis zu diesem Mittwoch an und bringt Regierungsdelegationen, internationale Organisationen und Akteure der Zivilgesellschaft zusammen, um Vorschläge und Kooperationsmechanismen für die globale Energiewende zu erarbeiten.