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Pemex gibt Verantwortung für Ölpest in Mexiko zu, Umweltverbände fordern Konsequenzen

Öl trat seit Anfang Februar aus Unterwasserleitung aus. Staatskonzern gab dies am 16. April bekannt. 933 Kilometer Küste betroffen. Umweltgruppen fordern Transparenz zur Ölmenge und Übernahme der Sanierungskosten

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Fischer in Veracruz protestieren gegen die Auswirkungen der Ölpest im Golf von Mexiko
Fischer in Veracruz protestieren gegen die Auswirkungen der Ölpest im Golf von Mexiko

Mexiko-Stadt. Eine Ölpest im Golf von Mexiko ist durch ein Leck in einer Ölpipeline von Petróleos Mexicanos (Pemex) verursacht worden. Dies gab der staatliche Konzern auf einer Pressekonferenz bekannt. Zuvor leugneten sowohl Pemex als auch die mexikanische Regierung über Wochen hinweg eine Verantwortung für die Verschmutzung, die zahlreiche Gemeinden an der Küste des Atlantiks betrifft.

Der Generaldirektor von Pemex, Víctor Rodríguez Padilla, erklärte, das Leck habe sich an einer 92 Zentimeter dicken Unterwasserleitung für den Transport von Rohöl des Bohrkomplexes von Abkatún-Pol-Chuc in Campeche ereignet. Dieser liegt rund 132 Kilometer nordöstlich des Seehafens Dos Bocas mit seiner Raffinerie Olmeca. Das Öl trat seit Anfang Februar ins Meer aus. Am 8. Februar entdeckten Taucher das Leck. Die Reparaturarbeiten dauerten bis zum 18. Februar an. "Es liegt noch keine Schätzung des Gesamtvolumens des ausgetretenen Rohöls vor", sagte Rodríguez auf der Pressekonferenz einer interinstitutionellen Arbeitsgruppe, die den Vorfall aufklären soll.

Das staatliche Unternehmen hat in der Folge drei Mitarbeiter, die mutmaßlich für die Vertuschung der Katastrophe verantwortlich sind, vom Dienst suspendiert. Pemex hat bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen sie erstattet. Deren Namen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Die mexikanischen Behörden versuchten zuvor, die Schäden als gering darzustellen. Die Ursache der Verschmutzung sei bei "natürlichen Ölquellen" und bei privaten Schiffen der Industrie zu suchen, argumentierte die Regierung. Umweltschutzorganisationen hatten seit Ende März Satellitenaufnahmen bekanntgegeben, in denen Ort und Beginn der Katastrophe nachgewiesen werden konnten. Zudem war auf den Aufnahmen vom Februar ein auf die Reparatur von Unterwasserpipelines spezialisiertes Schiff erkennbar.

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In einem Bulletin begrüßten 40 Umweltschutzorganisationen, dass Pemex nun "die interne Vertuschung" ahnde. Doch der Staatskonzern übernehme nach wie vor nicht die volle Verantwortung für die langfristigen Umweltschäden. "Die Entlassung derjenigen, die Informationen zurückgehalten haben, behebt weder den Umweltschaden noch ersetzt sie die Verpflichtung, die Folgen der Ölkatastrophe institutionell zu tragen".

Die Umweltverbände, darunter die Mexikanische Allianz gegen Fracking und Greenpeace Mexiko, forderten in ihrer gemeinsamen Erklärung, dass die Gesamtmenge des ausgelaufenen Öls bekannt gegeben werde. Zudem müssten die Gesamtkosten für die Sanierung von Pemex getragen werden. Außerdem verlangten sie einen "umfassenden Plan" zur Umweltsanierung "mit Zielen, Zeitplänen, Verantwortlichen und Mechanismen zur öffentlichen Überwachung".

Nach Schätzungen der Umweltschutzorganisationen sind insgesamt 933 Kilometer Küstenlinie von der Ölpest betroffen. Die Verschmutzung begann an der Küste von Tabasco und in Fischergemeinden von Veracruz, gelangte aufgrund der Meeresströmungen weiter nördlich nach Tamaulipas und erreichte im April auch Strände in Texas. Die Behörden vermeldeten bisher die Säuberung von 48 Stränden, an denen mehr als 900 Tonnen Erdölreste eingesammelt wurden. Den betroffenen Fischern, die mehrere Proteste organisierten, versprach die Präsidentin Claudia Sheinbaum eine einmalige Entschädigung von 15.000 Pesos, rund 730 Euro.

Der Golf von Mexiko ist immer wieder Szenario von Katastrophen der Erdölindustrie, jüngst forderte ein Brand in der neuen Raffinerie Olmeca in Dos Bocas fünf Tote (amerika21 berichtete). Eine der schwersten Umweltkatastrophen im Golf ereignete sich 2010 durch die Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon, betrieben von BP. Damals verschmutzten rund eine Million Tonnen Rohöl das Meer.