Folgen der Ölindustrie: Brand in Raffinerie in Mexiko fordert fünf Tote

Unglück am Dienstagmorgen in der Anlage Olmeca in Paraíso, Tabasco. Pemex meldet fünf Tote und eine verletzte Person. Ermittlungen laufen, Starkregen als mögliche Ursache

Brand in Raffinerie

Brand in Raffinerie Olmeca in Tabasco am Golf von Mexiko
Brand in Raffinerie Olmeca in Tabasco am Golf von Mexiko

Villahermosa/Mexiko-Stadt. Bei einem Brand am Dienstagmorgen in der neuen Raffinerie Olmeca sind laut Angaben des staatseigenen Betriebs Pemex fünf Menschen ums Leben gekommen, eine weitere Person ist verletzt worden. Die Opfer, darunter eine Frau, befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe des Lagerbereichs der Raffinerie in der Gemeinde Paraíso im Bundesstaat Tabasco. Vier der Opfer waren Arbeiter:innen eines externen Dienstleistungsunternehmens, als sie von den Flammen erfasst wurden, informierte Pemex.

Die genaue Ursache des Unglücks in der Raffinerie, die erst Mitte 2024 ihren Betrieb aufnahm, wird noch untersucht. Die Betreiberfirma Pemex vermutet, ein Starkregen habe die Katastrophe mitverursacht: "Aufgrund der starken Regenfälle, die zum Überlaufen von ölhaltigem Wasser aus der Olmeca-Raffinerie führten, kam es zu einer Ansammlung und anschließenden Entzündung der Flüssigkeit außerhalb der Umzäunung der Anlage". Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, ohne dass die Anlage selbst Schaden nahm.

Die Bewohner:innen in Paraíso beklagten sich über die starke Verschmutzung des Regenwassers am Morgen der Katastrophe in der Raffinerie. "Ich glaube, es hat Diesel geregnet, der Gestank nach Öl ist unerträglich", erklärte Malenita, eine ältere Dame aus der Siedlung El Escribano in Paraíso, gegenüber der Zeitung Voces de Paraíso. Das Fischerstädtchen klagt zudem über verstärkte Überschwemmungen, seit die Mangrovenwälder für die Erdölindustrie gerodet wurden.

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Die Bewohner:innen von Paraíso thematisieren vermehrt die Auswirkungen der neuen Industrieanlage, ein Vorzeigeprojekt des ehemaligen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador, das er in Rekordzeit erbauen ließ. Im Februar protestierten Eltern von Kindern eines Kindergartens und einer Grundschule, die an die Raffinerie angrenzen. Die Kinder seien Schadstoffen, starkem Lärm und industriellen Gefahren ausgesetzt, weshalb die Eltern die Verlegung der Schulen forderten. Der Gouverneur von Tabasco, Javier May Rodríguez, wies darauf hin, dass Eltern, die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit ihrer Kinder hätten, diese in andere Schulen der Gemeinde umschulen lassen können.

Seit Anfang März berichteten zudem Fischer über Schäden durch eine Ölpest an den Stränden von 39 Gemeinden in Tabasco und dem benachbarten Bundesstaat Veracruz. Erst nach zehn Tagen wurde die Ursache der Verschmutzung ausfindig gemacht. Die Katastrophe soll ein privater Öltanker verursacht haben, versicherte Rocío Nahle, die Gouverneurin von Veracruz: "Alles deutet darauf hin, dass es sich um ein privates Schiff handelte, nicht um eines von Pemex. Es war ein Schiff einer anderen Ölgesellschaft, das vor der Küste von Tabasco, ungefähr in der Nähe von Sánchez Magallanes, Arbeiten durchführte".

Währenddessen versuchen Fischer und Spezialist:innen von Pemex, die mit Öl imprägnierte Küste auf einer Länge von rund 230 Kilometern zu säubern. Bisher sind 91 Tonnen Ölklumpen eingesammelt worden. Pemex schätzte, dass inzwischen 85 Prozent der Strände gereinigt worden seien. Umweltverbände betonten jedoch, die Notlage am Golf von Mexiko erfordere eine "ganzheitliche Reaktion". Für Francisco Xavier Martínez Esponda, Mitglied des Netzwerks des südlichen Riffkorridors im Golf von Mexiko, müssen "sowohl die Ökosysteme als auch die betroffenen Gemeinden" einbezogen werden. Nur so könnten Tierwelt und die indigenen Gemeinden nachhaltig geschützt werden.