Caracas/Washington. Gut zwei Monate nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro hat Donald Trump verkündet, die Übergangsregierung von Delcy Rodríguez offiziell anzuerkennen. "Tatsächlich haben wir sie rechtlich anerkannt", erklärte der US-Präsident auf einem Treffen mit rechtsgerichteten Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika in Miami. Die von Betrugsvorwürfen überschattete Wiederwahl von Maduro im Juni 2024 hatten die USA hingegen als illegitim bezeichnet. Rodríguez fungierte bis Anfang Januar dieses Jahres als Vizepräsidentin Maduros.
Trumps Aussage folgte auf die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen vergangene Woche. "Dieser Schritt wird unsere gemeinsamen Bemühungen zur Förderung der Stabilität, zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung und zur Förderung der politischen Aussöhnung in Venezuela erleichtern", teilte die US-Regierung in einem Statement mit. Das US-Engagement konzentriere sich darauf, "der venezolanischen Bevölkerung dabei zu helfen, durch einen schrittweisen Prozess voranzukommen, der die Voraussetzungen für einen friedlichen Übergang zu einer demokratisch gewählten Regierung schafft".
Seit dem US-Angriff Anfang Januar kooperiert die Regierung Rodríguez eng mit den USA. In den vergangenen zwei Monaten empfing die Übergangspräsidentin bereits zahlreiche US-Vertreter:innen, darunter CIA-Chef John Ratcliffe, die Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Laura Dogu, Energieminister Chris Wright sowie den Kommandeur des US-Südkommandos (US Southcom), General Francis Donovan.
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Ein derartiges US-amerikanisches Besuchsaufkommen auf dieser Ebene ist beispiellos für die jüngere venezolanische Geschichte. Zuletzt besuchte vergangene Woche US-Innenminister Doug Burgum Caracas und verkündete eine weitgehende Zusammenarbeit im Bergbaubereich. Eine erste Goldlieferung im Wert von 100 Millionen US-Dollar soll laut Burgum bereits am Freitag in den USA eingetroffen sein. Sowohl im Bergbau- als auch im Erdölsektor erhofft sich die US-Regierung massive Investitionen privater Firmen. Im Januar hatte das venezolanische Parlament das Erdölgesetz verändert, um private Investitionen zu ermöglichen und die Abgaben zu senken.
Die Anführerin der rechten venezolanischen Opposition, María Corina Machado, traf sich derweil am Freitag mit Trump, um über eine künftige Wahl zu sprechen, wie das Weiße Haus bestätigte. In den Planungen für die Zukunft Venezuelas scheint sie aus Sicht der US-Regierung jedoch weiterhin keine prominente Rolle zu spielen. "Wie Präsident Trump bereits gesagt hat, leistet Delcy Rodríguez hervorragende Arbeit. Die Beziehung zu Venezuela ist professionell und produktiv", zitierte CNN einen Mitarbeiter des Weißen Hauses. Trump habe sich "aus Höflichkeit und auf ihren Wunsch hin mit Frau Machado getroffen." Unlängst hatte Machado angekündigt, zeitnah nach Venezuela zurückkehren zu wollen. Seit Dezember befindet sie sich nicht mehr im Land.

