Kolumbien / Politik

Kolumbien: Demobilisierung von Paramilitärs ab März

Abkommen am 5. Dezember in Katar. Drei Standorte ab 1. März 2026. Über 9.000 Kämpfer sind erfasst. Kontrolle durch eine Mission der OAS

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Hier in Belen de Bajirá wird eine der Demobilisierungszonen aufgebaut
Hier in Belen de Bajirá wird eine der Demobilisierungszonen aufgebaut

Bogotá. Die kolumbianische Regierung und der Clan del Golfo in Katar haben am 5. Dezember eine Vereinbarung getroffen. Im Zentrum steht die Schaffung von drei sogenannten Zonas de Ubicación Temporal (ZUT), vorübergehende Unterbringungszonen für Mitglieder der paramilitärischen Gruppe. Dort sollen sie sich auf ein Leben in der Zivilgesellschaft vorbereiten.

Diese Zonen werden ab dem 1. März 2026 in Betrieb genommen. Sie werden sich in den Gemeinden Belén de Bajirá und Unguía im Departamento Chocó sowie in Tierralta im Departamento Córdoba befinden.

Insgesamt betrifft das Abkommen über 9.000 Kämpfer und damit eine der größten kriminellen Gruppen Kolumbiens.

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Für die Umsetzung der ZUT soll ein Verwaltungsakt erlassen werden, in dem die genauen ländlichen Gebiete sowie eine Liste der begünstigten Personen festgelegt werden. Auch Sicherheits-, Logistik- und Kontrollmechanismen sind geplant. Zur Überwachung und Verifizierung des Prozesses wird eine Mission der Organisation der Amerikanischen Staaten mandatiert. Es ist vorgesehen, dass ein dreigliedriger Kontrollmechanismus am 18. Dezember formell installiert wird.

Das Abkommen markiert einen Schritt in den Verhandlungen zwischen Präsident Gustavo Petro und dem Clan del Golfo. Dies könnte auch eine Wandlung für das Vorhaben des sogenannten Paz Total (vollständiger Frieden) sein, mit der Hoffnung auf Verringerung der Gewalt und sozialer Wiederherstellung in den betroffenen Regionen.