Bogotá. Der kolumbianische Kongress hat der Ratifizierung der Internationalen Konvention gegen die Rekrutierung, den Einsatz, die Finanzierung und die Ausbildung von Söldner:innen zugestimmt.
Die Vorlage, die die Regierung dem Parlament im August 2024 unterbreitet hatte, wurde im Abgeordnetenhaus mit 92 Stimmen genehmigt. Der Senat hatte dem Projekt bereits vorher zugestimmt. Jetzt muss es noch von Präsident Gustavo Petro verabschiedet werden.
Damit soll die Rekrutierung von Tausenden von Bürger:innen, die seit Jahrzehnten für Dienste in Konfliktgebieten angeworben werden, eingedämmt werden. Ebenso wird der Einsatz von ausländischen Söldner:innen im kolumbianischen Hoheitsgebiet verboten.
Zurzeit sind mehr als 300 kolumbianische Ex-Soldat:innen im Sudan als Söldner:innen tätig, wie die Internetplattform La Silla Vacía enthüllte. Sie kämpfen bei den Schnellen Eingreiftruppen (RSF), einer paramilitärischen Putschist:innen-Gruppierung, gegen die Armee. Weitere Kolumbianer:innen sind im Krieg zwischen Russland und der Ukraine auf beiden Seiten im Einsatz. Ein Teil dieser Söldner:innen wurde mit falschen Versprechungen angelockt und dachte, dass sie für eine Arbeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten vermittelt würden.
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"Wir können nicht weiterhin Blut an den Händen von Kindern im Sudan haben, die von kolumbianischen Söldner:innen ausgebildet wurden," erklärte Alejandro Toro, der Berichterstatter der Vorlage im Repräsentantenhaus.
Für die Regierung handle es sich beim Söldnertum um eine moderne Art der menschlichen Ausbeutung, geschürt durch wirtschaftliche Notlagen, Desinformation und fehlenden juristischen Schutz. Dies betreffe vor allem Männer in Situationen mit besonderem Risiko.
Die Vertreter:innen der Parteien Centro Democratico und Cambio Radical kritisierten die Vorlage für die Ratifizierung der Konvention. Sie befürchteten, dass ein entsprechendes Gesetz die Arbeitsmöglichkeiten von pensionierten Armeeangehörigen im Ausland einschränken könnte, auch wenn es sich nicht um einen Einsatz als Söldner:innen handle. Außerdem haben auch die USA die Konvention nicht ratifiziert.


