Sozialgipfel der Völker in Kolumbien parallel zum EU – CELAC Gipfel

Appell für Friedenszone, lokale Ernährung und Schutz von Gebieten. Dialog mit CELAC Vertretern. Forderung nach permanenter Beteiligung

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sozialgipfels der Völker in Santa Marta
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sozialgipfels der Völker in Santa Marta

Santa Marta. Verschiedene soziale, bäuerliche, gewerkschaftliche und feministische Organisationen haben am dritten Sozialgipfel der Völker Lateinamerikas und der Karibik teilgenommen, um gemeinsame Vorschläge einzubringen und ihre Positionen zu den Themen des offiziellen Dialogs darzulegen. Die Versammlung fand parallel zum Treffen zwischen der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) und der Europäischen Union (EU) statt.

Delegationen sozialer Bewegungen forderten von den Regierungen der CELAC und der EU, Lateinamerika und die Karibik als "Friedenszone" anzuerkennen und zu respektieren – durch konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Interventionen, einseitigen Sanktionen und wirtschaftlichem Druck. Zudem betonten die Organisationen die Bedeutung der Stärkung der Ernährungssouveränität, des Schutzes indigener und afrostämmiger Territorien sowie der Bewahrung gemeinsamer Güter gegenüber extraktiven Projekten.

In der Abschlusserklärung des Sozialgipfels, veröffentlicht am zwölften November von América Latina sin TLC, hoben die teilnehmenden Organisationen hervor, dass eine regionale Integration erforderlich sei, "die auf Zusammenarbeit und Komplementarität basiert". Dabei werde ein besonderer Schwerpunkt auf wirtschaftliche Modelle gelegt, die soziale und ökologische Rechte in den Mittelpunkt stellen. Das Dokument unterstreicht die Dringlichkeit, permanente Beteiligungsmechanismen für soziale Bewegungen im Dialog zwischen CELAC und EU zu schaffen.

Die Erklärung kritisiert zudem die Fortsetzung einer politischen Praxis, die als Bedrohung für die regionale Stabilität betrachtet werden, darunter die Präsenz ausländischer Militärstützpunkte, wirtschaftliche Blockaden und die zunehmende Gewalt gegen soziale und ökologische Führungspersonen. Die Organisationen forderten die CELAC auf, ihre Verpflichtungen zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger:innen zu verstärken – ein Thema, das in mehreren Arbeitsgruppen vertieft wurde.

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Das Treffen fand in einem Umfeld statt, welches von Differenzen unter den Regierungen im offiziellen Gipfel geprägt war, insbesondere hinsichtlich der Positionen zum Konflikt in Gaza, dem Krieg in der Ukraine und der Definition Lateinamerikas und der Karibik als Friedenszone (amerika21 berichtete). Für die beteiligten Organisationen verdeutlichen diese Spannungen die Notwendigkeit, autonome Räume der zivilgesellschaftlichen Artikulation zu stärken.

Während des Treffens fanden Debatten zu Menschenrechten, Klimawandel, Militarisierung, Feminismus, Energiewende und Migration statt, an denen Delegationen aus mehreren lateinamerikanischen Ländern sowie europäische Kollektive teilnahmen. In den Panels wurde unter anderem über die Auswirkungen der Klimakrise auf verletzliche Bevölkerungsgruppen und über die Notwendigkeit gesprochen, nachhaltige Energiealternativen mit gemeinschaftlicher Beteiligung auszubauen.

Vertreter:innen bäuerlicher und gewerkschaftlicher Organisationen betonten zudem die Bedeutung der lokalen Lebensmittelproduktion und die Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen zur Verringerung externer Abhängigkeiten, insbesondere angesichts schwankender internationaler Preise. Feministische Gruppen wiesen darauf hin, dass Geschlechtergerechtigkeit stärker in die Politik sowohl in Lateinamerika als auch in Europa einfließen müsse und dass Sicherheit für Frauenrechtlerinnen gewährleistet sein sollte.

Die Ergebnisse des Sozialgipfels wurden zum Abschluss an CELAC-Delegierte übergeben, damit sie in zukünftigen Dialogprozessen zwischen beiden Blöcken berücksichtigt werden. Die beteiligten Bewegungen erklärten, dass die direkte Beteiligung der Zivilgesellschaft ein wesentliches Element sei, um Vereinbarungen zu erreichen, die die Prioritäten der Bevölkerungen Lateinamerikas und der Karibik widerspiegeln.