Menschenrechtskommission der OAS inspiziert Kolumbien

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Die Menschenrechtskommission wird von der Protestbewegung wichtig genommen
Die Menschenrechtskommission wird von der Protestbewegung wichtig genommen

Bogotá. Ein Team der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) ist in Kolumbien eingetroffen, um die ernste Situation der Menschenrechte zu untersuchen. Seit mehr als einem Monat halten soziale Proteste an, denen der Staat mit massiven Polizei- und Militäreinsätzen begegnet.

Die "Comisión Interamericana de Derechos Humanos" ist ein 1959 gegründetes, unabhängiges Organ der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit Sitz in Washington.

Die CIDH wird sich bis zum 10. Juni im Land aufhalten und die Städte Bogota und Cali, Popayán und Tuluá besuchen. Cali, die Hauptstadt des Departamento Valle del Cauca, ist ein Zentrum der Proteste. Hier kamen bisher auch die meisten Menschen ums Leben.

Mit dem Eintreffen der Kommission hat das Institut für Entwicklungs- und Friedensstudien (Indepaz) die Zahl der Todesopfer während der Demonstrationen auf 75 aktualisiert.

Die Protestbewegung hat einige Erwartungen an den Besuch der Menschenrechtskommission. Das Nationale Streikkomitee lud die Bevölkerung ein, auf die Straße zu gehen, um die Kommission entlang der 26. Straße in Bogotá mit Schildern zur Unterstützung des Streiks zu begrüßen.

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Die Arbeit der CIDH wird darin bestehen, zu dokumentieren, Daten und Beschwerden über Menschenrechtsverletzungen zu sammeln, um dann Feststellungen und Empfehlungen an den kolumbianischen Staat zu richten.

Antonia Urrejola, CIDH-Präsidentin und Leiterin der Inspektion, forderte die staatlichen Stellen auf, den Dialog zwischen den Konfliktparteien zu fördern und zu Lösungen zu kommen, die bei der Konsensfindung helfen.

Die Kommission wird sich mit repräsentativen Sektoren der Gesellschaft sowie mit Vertretern von Exekutive, Legislative, Judikative sowie der Ombusstelle treffen. Vorgesehen ist unter anderem auch ein Gespräch mit Außenministerin Martha Lucía Ramírez.

Es werden Treffen stattfinden mit der Bürgermeisterin von Bogotá, Claudia López, mit Vertretern der Stadtverwaltung von Cali, der Gemeindeverwaltung von Popayán, dem Gouverneur von Valle del Cauca sowie mit Journalisten, Organisationen der Zivilgesellschaft und mit verschiedenen Personen, die mit dem Protest in Verbindung stehen.

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