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Guatemala: "Neue Normalität" und Kabinett in Quarantäne

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Guatemalas Präsident Giammattei bei seiner Ansprache am Sonntag
Guatemalas Präsident Giammattei bei seiner Ansprache am Sonntag

Guatemala-Stadt. Der guatemaltekische Präsident Alejandro Giammattei hat in einer nationalen Pressekonferenz das Programm "Neue Normalität" bekanntgegeben. Zugleich schickte er sein gesamtes Kabinett in Quarantäne.

Guatemala verzeichnet insgesamt 30.872 bestätigte Corona-Infizierte, 1.302 Personen verstarben mit oder an dem Virus (Stand 15. Juli). In der Hauptstadt lebt die Mehrzahl der Betroffenen, während in vielen ländlichen Regionen wenig bis gar keine Fälle zu verzeichnen sind.

Daher verkündete Giammattei am 12. Juli in einer abendlichen Fernsehansprache den Plan "Neue Normalität", bestehend aus einem Stufensystem mit vier Niveaus. Die Einstufung erfolgt anhand der Anzahl infizierter Personen und dem Prozentsatz positiver Proben.

In der höchsten Stufe, die rot gekennzeichnet ist, gelten strikte Beschränkungen, darunter die Aussetzung des öffentlichen Personennahverkehrs, die Schließung von Einkaufszentren und die Unterbindung sozialer Aktivitäten. Auch gelten Beschränkungen in der Benutzung des eigenen PKW. Fahrzeuge mit einer geraden Nummernschildnummer dürfen nur an Tagen mit einer geraden Datumszahl benutzt werden und umgekehrt. Orange und Gelb sind weitere Abstufungen, in denen einzelne Auflagen gelockert werden.

Niedrigste Stufe ist die grüne. Hier wird von der “Neuen Normalität” gesprochen. Sie gilt, wenn es weniger als fünf Fälle pro 100.000 Einwohner in der Region gibt oder der Prozentsatz positiver Proben bei unter fünf Prozent liegt. Hier gelten nur die allgemeinen Bestimmungen des Abstandhaltens und des Tragens eines Mundschutzes sowie der Ausgangssperren. Dieses Ampelsystem bleibt bis 27. Juli in Kraft. Danach soll es eine aktualisierte Bestandsaufnahme geben.

Die Corona-Pandemie hat derweil die Regierung erreicht. Die Ministerin für Kultur und Sport, Silvana Martínez, machte letzten Donnerstag in einem Facebook-Video öffentlich, dass sie infiziert ist. Sie befindet sich in Quarantäne. Aufgrunddessen wies Giammattei an, dass sich alle Personen, die Kontakt zu ihr hatten, ebenfalls in Quarantäne begeben müssen. Das gesamte Kabinett wird deswegen nicht an Besprechungen mit dem Präsidenten teilnehmen. Giammattei und sein Vize werden dagegen weiterhin vom Regierungssitz die Amtsgeschäfte führen.

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