Guyana: Warum Deals der Deutschen Bank mit Exxon für Protest sorgen

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Die Frankfurter Klimagerechtigkeitsgruppe Koala Kollektiv bei der Protestaktion vor der Deutschen Bank in Frankfurt am Main diese Woche
Die Frankfurter Klimagerechtigkeitsgruppe Koala Kollektiv bei der Protestaktion vor der Deutschen Bank in Frankfurt am Main diese Woche

Frankfurt am Main/Georgetown. Umweltschutzorganisationen aus Guyana und Deutschland haben den Vorstand der Deutschen Bank aufgefordert, bei Investments stärker auf Klimaschutzziele zu achten. Die virtuell abgehaltene Hauptversammlung des Kreditinstituts Mitte dieser Woche wurde von Protesten der beteiligten Organisationen begleitet. Dabei ging es auch um Ölförderung vor der Küste des südamerikanischen Kleinstaats Guyana.

So rief die Aktivistengruppe KoalaKollektiv zu einer Protestaktion gegen die Finanzierung fossiler Brennstoffe durch die Bank auf. Mit einer selbstgebauten Ölplattform und Ölfässern demonstrierten sie vor der Hauptversammlung am Mittwoch vor dem Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt.

Nach Auskunft der Organisatoren leitet Exxon derzeit eines der größten Bohrprojekte unserer Zeit vor der Küste Guyanas. Das Projekt berge ein hohes Risiko von Ölverschmutzungen im Meer, heißt es in einer Pressemitteilung. Jegliche Bohrunfälle könnten die Meeres- und Küstenfauna und -flora in der gesamten Karibik vernichten sowie die Ökotourismusindustrie der Region mit einem Umsatz von jährlich 16 Milliarden US-Dollar und 650.000 Arbeitsplätze gefährden.

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Die Reserven im gesamten Guyana-Suriname-Becken werden auf mindestens 13,6 Milliarden Barrel Erdöl und 32 Billionen Kubikfuß Erdgas geschätzt. Würden alle Reserven ausgebeutet und verbrannt, könnten die daraus resultierenden Emissionen fast 860 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus Erdöl und 1,7 Milliarden Tonnen aus Erdgas betragen. "Das ist weit mehr, als die Stromproduktion der USA in einem ganzen Jahr verursacht", heißt es in der Pressemitteilung.

Exxon ist die führende Ölgesellschaft im Stabroek-Block, der einen großen Teil des gesamten Beckens ausmacht. Stabroek enthält schätzungsweise mehr als acht Milliarden Barrel Öläquivalent und ist einer der größten Erdölfunde der letzten Jahre. "Warum also leiht die Deutsche Bank Geld, um durch die Emission von Treibhausgasen zur Zerstörung unseres Klimasystems und unserer Ozeane beizutragen?", fragt Melinda Janki, eine international tätige Anwältin, die an einem Verfahren um Erdölförderung von Exxon Mobil in Guyana beteiligt war. Die Förderung von Exxon Mobil stehe im Widerspruch zu einer nachhaltigen Entwicklung und verstoße möglicherweise sogar gegen die Verfassung und andere Gesetze Guyanas. "Es gibt bereits einen Fall vor dem Berufungsgericht von Guyana und es könnte weitere Fälle geben", so Janki. Die Frage sei daher, ob die Deutsche Bank ihren Aktionären garantieren kann, dass ihr Geld nicht für Aktivitäten verwendet wird, die illegal sein könnten.

Auch nach Angaben der deutschen Umweltschutzorganisation Urgewald unterstützt die Deutsche Bank Exxon Mobil: "Die Deutsche Bank steht auf Platz zwölf der Liste der größten globalen Banken und auf Platz sechs der größten europäischen Banken, die die fossilen Aktivitäten von Exxon Mobil mit Krediten und Dienstleistungen unterstützen", heißt es von dieser Seite.

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