Europäisches Netzwerk verstärkt Arbeit für Mapuche-Gefangene

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CEAM)-Mitglieder in Brüssel
Treffen des Europäischen Koordinierungsnetzwerkes für die Unterstützung der Mapuche (CEAM)

Brüssel. Zahlreiche europäische Organisationen, wie Fewla, FOLIL, Comabe, GfbV, UNPO, Tierra y Libertad para Arauco und La Ruka, haben sich am Wochenende in Brüssel getroffen, um die Arbeit für die Unterstützung des indigenen Volkes der Mapuche von Europa aus zu verstärken und untereinander zu koordinieren. Dabei evaluierten sie die Arbeit des 2012 gegründeten Europäischen Koordinierungsnetzwerkes für die Unterstützung der Mapuche (CEAM) und arbeiteten Verbesserungen aus. Anwesend war außerdem der Werken (Sprecher) des Parlaments von KozKoz, Humberto Manquel, aus Panguipulli/ Chile.

Das Ziel der CEAM ist es, eine gemeinsame Koordinierungsstelle zu schaffen, um die Situation der Mapuche in Wallmapu (Südchile) in Europa bekannt zu machen. Außerdem soll mit Nachdruck an europäische und internationale Institutionen wie das Europäische Parlament oder die UNO appelliert werden, sich für die Rechte des indigenen Volkes einzusetzen.

Themen der Versammlung waren unter anderem die wachsende Bedrohung von indigenen Territorien durch Megaprojekte europäischer Konzerne. Die Anwesenden veurteilten die zahlreichen gewalttätigen Übergriffe auf indigene Reservate und setzten eine verstärkte Unterstützung der politischen Mapuche-Gefangenen auf die Agenda der CEAM.

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Zur Zeit befinden sich 28 Mapuche wegen Landrechtsstreitigkeiten in Gefangenschaft. Das Anti-Terrorgesetz, das noch aus der Diktaturzeit Pinochets stammt, wird nur gegen die Indigenen angewendet und erlaubt unter anderem anonyme Zeugen und doppelte Strafverfolgung.

Nancy Yáñez, Anwältin und Kodirektorin der NGO Observatorio Ciudadano, spricht von einer rassistischen Strafverfolgung gegen die Mapuche, in welcher die Indigenen als Feinde des chilenischen Staates dargestellt würden.

Ende Mai hält der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte in Costa Rica Anhörungen ab, in welchen die Fälle von sieben Mapuche und einer Aktivistin behandelt werden, die durch das Anti-Terrorgesetz im Jahre 2002 in Chile verurteilt wurden. Für die Deckung der Reisekosten wurde ein internationaler Spendenaufruf veröffentlicht.

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