Bolivien / Politik

Evo Morales verstaatlicht Boliviens Flughäfen

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Präsident Morales am Montag vor dem Sitz der SABSA
Präsident Morales am Montag vor dem Sitz der SABSA

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat am Montag die sofortige Verstaatlichung der Betreiberfirma des gesamten bolivianischen Flughafennetzes Servicios de Aeropuertos Bolivianos S.A. (SABSA) bekannt gegeben. SABSA ist eine Filiale der spanischen Unternehmen Abertis und Aena. Die Entscheidung ist Produkt gescheiterter Verhandlungen zwischen dem bolivianischen Staat und den SABSA-Managern.

Diese hatten sich in den Verhandlungen geweigert, mehr als die von ihnen vorgeschlagenen 36 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von neun Jahren in die Instandhaltung und Erweiterung der zentralen Flughäfen der Verkehrsachse La Paz, Cochabamba und Santa Cruz zu investieren. Diese Weigerung sei trotz hoher Gewinnmargen erfolgt, sagte Präsident Evo Morales auf der Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Verstaatlichung.

Die Verstaatlichung der Flughäfen reiht sich ein in die Strategie der Regierung zur Rückgewinnung der staatlichen Souveränität in zentralen Fragen der bolivianischen Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung. Zuvor wurden bereits die Förderung der Bergbau und die Gasförderung sowie die Energieversorgung zurück in staatliche Hände geführt.

Im vergangen Jahr verstaatlichte die Regierung die bolivianischen Filialen der Unternehmen Red Eléctrica und Iberdrola. Die zwei spanischen Unternehmen hatten seit 1996 die Energieversorgung in Bolivien monopolisiert.

In Bolivien operiert aber weiterhin eine Vielzahl von spanischen Unternehmen, unter anderen der spanische Erdölkonzern Repsol. Er kontrolliert seit 1995 über 45 Prozent der gesamten Gasreserven und 39 Prozent der Erdölförderung.

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