Morales verstaatlicht Teile von spanischem Stromkonzern

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Boliviens Präsident Evo Morales
Boliviens Präsident Evo Morales

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat am Samstag ein Dekret zur Verstaatlichung von vier Firmen unterzeichnet, die unter der Kontrolle des spanischen Stromkonzerns Iberdrola standen. Ziel sei es, eine "gerechtere und gleichmäßigere" Versorgung mit Strom zu ermöglichen.

Morales berief sich bei der Entscheidung auf eine Studie aus La Paz zu den Strompreisen, die Preisunterschiede von 252 Prozent zwischen Zentrum und ländlichen Siedlungsgebieten festgestellt hatte. Er kündigte an, dass die Verstaatlichung auch "für die Bürger der ländlichen Gebiete das Menschenrecht auf Zugang zu Elektrizität garantieren wird".

Zu den vier verstaatlichten Unternehmen gehören die Stromvertreiber Electropaz und Elfeo, zwei der größten Stromversorger in den Städten La Paz und Oruro, die bislang zu 90 Prozent Eigentum von Iberbolivia sind. Die Firma Iberbolivia gehört wiederum zu 64 Prozent dem spanischen Stromkonzern Iberdrola. Auch die US-Konzerne General Electric und Edison halten Anteile an Iberbolivia.

Große wirtschaftliche Schäden für den Spanischen Mutterkonzern Iberdrola sind nicht zu erwarten, denn die vier verstaatlichten Firmen machen lediglich 0,2 Prozent seines Jahresumsatzes aus. Morales kündigte außerdem eine "gerechte Entschädigung" für das Unternehmen an. Die verstaatlichten Unternehmen gehen nun in die Hand des staatlichen Stromkonzerns über.

Die aktuelle Entscheidung des Präsidenten reiht sich in eine Serie von Verstaatlichungen im Bereich Stromversorgung ein. Bereits 2010 hatte die Bolivianische Regierung vier Stormerzeugungsfirmen sowie 2012 Teile des Stromnetzes verstaatlicht, um die Stromversorgung in Teilen des Landes zu verbessern.

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