Honduras

Romero entschuldigt sich

Direktor von Oppositionssender in Honduras bezeichnet seine antisemitischen Ausfälle als spontane Überreaktion und verweist auf seine jüdische Herkunft

Tegucigalpa. In Honduras liegen die Nerven blank - auch bei der Opposition gegen den Staatsstreich vor 100 Tagen. Dies beweist eine Äußerung des Direktors des geschlossenen Oppositionssenders Radio Globo vom Montag. David Romero, Unterstützer des rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya im Kampf gegen die Putschisten, hatte sich in einer über das Internet verbreiteten Sendung von Radio Globo gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn Hitler "seine Arbeit gegen die Juden" hätte beenden können. Er bezog sich dabei auf größtenteils von den Putschisten bestätigte Informationen, dass Israel den Staatsstreich sowohl politisch, personell wie auch mit Waffen unterstütze.

Laut der israelischen Zeitung Haaretz unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP, habe Romero sich nachher für seine Äußerungen entschuldigt und sie als spontanen "dummen Kommentar" in der aufgeheizten kritischen Situation bezeichnet. Seine Aussagen spiegelten nicht seine wahren Ansichten wider. Dazu merkte Romero an, dass sein Großvater als jüdischer Einwanderer aus der Tschechoslowakei nach Honduras gekommen war, um dem Holocaust in Europa zu entfliehen.

Anfang vergangener Woche war Radio Globo vom Militär geschlossen worden, ebenso wie der Fernsehsender Canal 36. Beide Medien hatten in den vergangenen drei Monaten, seit dem Sturz des gewählten Präsidenten Manuel Zelaya am 28. Juni, über die Demokratiebewegung berichtet. Trotz der kürzlichen Aufhebung des Ausnahmezustandes können die Sender ihr Programm bisher nicht wieder öffentlich ausstrahlen.

Die rechte internationale Presse hatte Romeros Äußerungen für eine Kampagne gegen die Widerstandsbewegung genutzt. Damit soll offenbar die Demokratiebewegung in Honduras sowie deren internationale Unterstützung geschwächt werden.

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