Südamerika / Wirtschaft

Mercosur 2012 weltweit fünftgrößte Wirtschaft

Stärkung durch Beitritt Venezuelas. Mercosur verfügt über 20 Prozent der weltweiten Erdölreserven

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Das Logo des "Gemeinsamen Marktes des Südens"
Das Logo des "Gemeinsamen Marktes des Südens"

Brasilia. Das südamerikansche Wirtschaftsbündnis Mercosur hat im Laufe des Jahres 2012 mit der Aufnahme Venezuelas seine Stellung weiter ausgebaut. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 3,3 Billionen Dollar und 20 Prozent der Erdölreserven ist der Gemeinsame Markt des Südens zur weltweit fünftgrößten Wirtschaftsmacht aufgestiegen.

Einer Meldung der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina zufolge verfügt der Mercosur mit knapp 312 Milliarden Barrel Rohöl über einige der größten und von der OPEC zertifizierten Ölvorräte der Erde. Venezuela besitzt davon 296,5 Milliarden Barrel, gefolgt von Brasilien mit 12,9 Milliarden und Argentinien mit 2,5 Milliarden. Dies festige die wirtschaftliche Macht dieses Regionalblocks.

Bisher gehören dem Mercosur Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Venezuela an. Paraguay wurde  nach dem parlamentarischen Putsch gegen Präsident Fernando Lugo auf dem 43. Mercosur-Gipfel am 29. Juni 2012 bis zur Abhaltung demokratischer Wahlen ausgeschlossen. Der Beitritt Venezuelas, der bereits 2006 beschlossen wurde, war jahrelang von der rechten Mehrheit des paraguayischen Parlamentes blockiert worden. Nach der Suspendierung Paraguays wurde Venezuela im Juli 2012 Mitglied im Mercosur.

Ecuador ist bisher assoziiertes Mitglied, ebenso wie Bolivien, Chile, Kolumbien und Peru. Seit August finden Verhandlungen über den Beitritt Ecuadors statt, Bolivien hat die Mitgliedschaft im Mercosur Anfang Dezember beantragt.

Der 1991 gegründete Zusammenschluss ist inzwischen weit über seine ursprünglichen Grenzen hinausgewachsen. Er erstreckt sich heute von Patagonien bis zur Karibik. In den Mitgliedsstaates des Mercosur leben auf 12,8 Millionen Quadratkilometern rund 275 Millionen Menschen. Das entspricht72 Prozent der südamerikanischen Bevölkerung, die den der Mercosur einen wichtigen Markt darstellt.

Das Wirtschaftsbündnis verfügt auch über große Reserven an Erdgas, die insgesamt mehr als 6,2 Billionen Kubikmeter ausmachen, von denen sich 5,5 Billionen Kubikmeter (88,7 Prozent) im Besitz Venezuelas befinden, Argentinien folgt mit 378 Milliarden 800 Millionen und Brasilien mit 336 Milliarden 400 Millionen. Wenn Bolivien Ende 2013 beitritt, kommen noch weitere 360 Milliarden Kubikmeter hinzu. Darüber hinaus konzentrieren sich laut brasilianischen Statistiken im Territorialraum des Blockes zwei Drittel der Süßwasserreserven der Erde.

Für Lateinamerika bedeute die Stärkung des Mercosur und der Union Südamerikanischer Staaten (Unasur) im Jahr 2012 einen großen Fortschritt, schreibt die venezolanischen Nachrichtenagentur AVN. Die Entwicklung zeige auch nach Auffassung der Regierung Brasiliens, dass sich Lateinamerika angesichts der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise von den übrigen Regionen unterscheide, so AVN.

Uruguay, das im ersten Halbjahr 2013 die Präsidentschaft des Mercosur übernimmt, stehe vor der Herausforderung, die gewonnene Stärke des Blockes zur Förderung des regionalen Austausches zu nutzen.

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