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Bolivien beantragt Mitgliedschaft im Mercosur

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Logo des Mercosur
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Brasília. Boliviens Regierung hat offiziell den Beitritt zum südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur (Gemeinsamer Markt des Südens) unterzeichnet. Bei einem Treffen der Allianz in der brasilianischen Hauptstadt Brasília setzten Boliviens Präsident Evo Morales und die Vertreter der übrigen fünf Mitgliedstaaten ihre Unterschrift unter das Beitrittsprotokoll, wie Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Präsidialamt Brasiliens berichteten.

Nach dem anvisierten Beitritt Boliviens würden dem 1991 gegründeten Mercosur-Bündnis sechs Staaten angehören. Argentinien, Brasilien und Uruguay waren neben Paraguay die Gründerstaaten. Paraguays Mitgliedschaft wurde nach dem Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Fernando Lugo jedoch ausgesetzt. Venezuela trat dem Mercosur in diesem Jahr bei, nachdem die rechte Parlamentsmehrheit in Paraguay keine Möglichkeit mehr zum Veto hatte. Dem Vernehmen nach will auch Ecuador der Wirtschaftsgemeinschaft beitreten.

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Im Wirtschaftsraum des Mercosur werden derzeit 83 Prozent des südamerikanischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Insgesamt haben die Mitgliedsländer 275 Millionen Einwohner. Mit einem Beitritt Boliviens und Ecuadors würden rund 300 Millionen Menschen im Mercosur-Raum leben.

Wie schon im Fall von Venezuela tritt die Vollmitgliedschaft Boliviens in Kraft, sobald die Parlamente der übrigen Mitglieder das Beitrittsprotokoll ratifiziert haben. Die Blockade Paraguays hatte diesen Prozess sechs Jahre verzögert.

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