Journalistin verlässt Mexiko nach Morddrohungen

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Lydia Cacho
Lydia Cacho

Cancún. Die prominente mexikanische Journalistin Lydia Cacho hat Mexiko verlassen, nachdem sie erneut Morddrohungen erhalten hat. Die in Cancún wohnhafte Cacho erhielt Anfang des Monats eine aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität stammende Drohung, die sie zum sofortigen Verlassen des Landes veranlasste. Während sie zu Hause arbeitete, schaltete sich ihr für Notfälle gedachtes Handfunkgerät ein und eine unbekannte männliche Stimme sprach die Drohungen aus.

Lydia Cacho wurde wiederholt bedroht, nachdem sie im Jahr 2005 ein Buch veröffentlicht hatte, in dem sie über einen Kinderpornografie-Ring berichtete, der offenbar unter dem Schutz von Politikern und Geschäftsleuten zweier mexikanischer Bundesstaaten stand. In einem zweiten, 2010 veröffentlichten Buch deckte sie einen Frauen- und Mädchenhandelsring auf und nannte die Namen von Beteiligten.

Cacho erklärte, dass sie nicht nach Mexiko zurück kehren wird, so lange sie keine Garantien für die Sicherheit ihres Lebens erhält. Bereits im Jahr 2009 hatte die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) die mexikanische Regierung aufgefordert, Schutzmaßnahmen für Lydia Cacho zu ergreifen.

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