Mexikaner erhält Aachener Friedenspreis

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Alejandro Cerezo Contreras (rechts) und Aktivisten des Comité Cerezo
Alejandro Cerezo Contreras (rechts) und Aktivisten des Comité Cerezo

Aachen. Der mexikanische Menschenrechtsaktivist Alejandro Cerezo Contreras und seine Organisation Comité Cerezo werden mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Die Bürgerinitiative aus der Aachener Friedensbewegung ehrt damit die Arbeit der Organisation für die Einhaltung der Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Verein Borderline Europe, der sich für das Leben und die Rechte der Flüchtlinge an den Außengrenzen der Europäischen Union und insbesondere im Mittelmeer einsetzt. Der Verleihung des mit 1.000 Euro dotierten Preises findet am 1. September statt.

Das Comité Cerezo wurde im Jahr 2001 gegründet, als Alejandro Cerezo Contreras gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Héctor und Antonio verhaftet wurde. Den drei Studenten wurde die Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag in Mexiko-Stadt vorgeworfen, die jedoch nie bewiesen wurde. Während ihrer mehrjährigen Gefangenschaft wurden sie nach eigenen Aussagen gefoltert.

Das Comité Cerezo hatte sich als Reaktion auf die willkürlichen Festnahmen gegründet, um diese anzuprangern und die Freilassung der Brüder zu fordern. Im Verlauf der Zeit erweiterte die Organisation ihr Tätigkeitsfeld auf ganz Mexiko und steht heute für die Verteidigung der Rechte von politisch Inhaftierten und Gewissensgefangenen ein. Gleichzeitig verteidigt sie die Rechte der Zivilbevölkerung, die im so genannten "Krieg gegen die Drogen" der mexikanischen Regierung einen hohen Blutzoll bezahlt. Das Komitee stellt auch die unmenschlichen Haftbedingungen in den häufig völlig überfüllten mexikanischen Gefängnissen und die dort praktizierte Folter an den Pranger.

Das Comité Cerezo und seine Mitglieder sind wiederholt Ziel von Morddrohungen geworden. In den etwas mehr als zehn Jahren ihrer Tätigkeit haben die Mitglieder des Komitees mindestens 13 Morddrohungen erhalten. Digna Ochoa y Placido, die Anwältin, die die Cerezo-Brüder in ihrem Verfahren vertrat, wurde im Oktober 2001 ermordet. Seit 2002 wird das Comité Cerezo von der Menschenrechtsorganisation Peace Brigades International (PBI) begleitet.

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