Mexiko / Menschenrechte

Pater Solalinde verlässt Mexiko wegen Morddrohungen

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Solalinde auf einer Demonstration
Pater Solalinde demonstriert gegen Gewalt an Migranten

Mexiko-Stadt. Der katholische Priester Alejandro Solalinde Guerra wird Mexiko aus Sicherheitsgründen verlassen. Er werde vorübergehend abwesend sein, um sein Leben zu schützen, sagte der Aktivist gegenüber der Tageszeitung La Jornada. In den letzten zwei Monaten hatte Solainde nach eigenen Angaben sechs Morddrohungen erhalten. Er setzt sich in der im Bundesstaat Oaxaca gelegenen Gemeinde Ixtepec für die Rechte und den Schutz von Migranten ein.

Der Geistliche hatte in der Vergangenheit immer wieder die Drogenmafia für die Entführungen und Morde an Migranten scharf verurteilt. Solalinde ist Gründer und Koordinator der Migrantenherberge "Hermanos en el Camino", einer Anlaufstelle für mittel- und südamerikanische Migranten, Familien von entführten Migranten und Opfern von Gewalt.

Die Schutzmaßnahmen für Solalinde werden vom Innenminsiterium und der Nationalen Menschenrechtskommission koordiniert. Bis zu seiner im Juli geplanten Rückkehr nach Mexiko wird der Geistliche nach Kanada in die USA und nach Europa reisen. In der Zwischenzeit will das Innenministerium die vielen Drohungen gegen den Pater untersuchen.

"Wenn ich nicht mit den begonnen Maßnahmen des Staats kooperiere, wird man den empfohlenen Maßnahmen des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrecht nicht nachkommen können und die Schuld dafür möchte ich nicht tragen", kommentierte Solalinde gegenüber dem Nachrichtenportal Animal Politico

Viele Menschenrechtsaktivisten, die sich für Migranten in Mexiko einsetzen erhielten Morddrohungen, fügte er an. Die Situation verschärfe sich zunehmend angesichts untätiger Behörden. Die Arbeit von Pater Solalinde und vielen anderen Aktivisten haben das Leben von millionen Migranten gerettet. "Wir fordern speziellen Schutz für die Aktivisten deren Leben in Gefahr ist", heißt es in einem Schreiben von mehr als hundert Nichtregierungsorganisationen an den mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón.

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