El Salvador zieht in den Krieg

San Salvador. Die Streitkräfte von El Salvador beteiligen sich am Krieg in Afghanistan. Am Sonntag traten 22 in den USA ausgebildeten Militärs ihre Reise an, um die ISAF-Mission unter Führung der NATO zu unterstützen. Eine Parlamentsmehrheit des zentralamerikanischen Landes hatte am vergangenen Donnerstag einer Petition des Präsidenten Mauricio Funes zugestimmt, die Soldaten zur an den Hindukusch zu schicken, um "Afghanistan zu unterstützen, wieder zu seinem normalen Leben zurückzukehren". Nur die Fraktion der linksgerichteten FMLN, der auch Präsident Funes angehört, stimmte gegen die Kriegsbeteiligung.

Es gebe keinen Grund, sich in die "Invasionstruppen einzugliedern", hatte der FMLN-Abgeordnete Damián Alegría erklärt. Die Abgeordnete Margarita López betonte gegenüber Medien die Unterstützung der "Souveränität und Selbstbestimmung des afghanischen Volkes", welche einer Beteiligung an der militärischen Besatzung entgegen stehen. Man wisse welche Interessen hinter dem Einsatz in Afghanistan stünden, begründete David Reyes (FMLN) die Ablehnung: Der Versuch, sich der Ressourcen des Landes zu ermächtigen.

El Salvador hatte sich bereits im Irak-Krieg mit Truppen an der Besatzung beteiligt. Nachdem dort fünf Soldaten getötet und 20 weitere bei Gefechten verletzt worden waren, zog das Land seine Soldaten Mitte 2009 jedoch ab. Damals regierte noch der rechtsgerichtete Antonio Saca von der ARENA-Partei das Land und konnte mit Unterstützung aus den eigenen Reihen rechnen. Heute hingegen steht Mauricio Funes mit seiner Entscheidung in offenem Widerspruch zur Politik seiner Partei FMLN. An Stelle dieser stützte ihn die Opposition. Sie legte jedoch Wert darauf, dass die Zustimmung des Parlaments nicht nötig gewesen sei und es sich lediglich um politische Unterstützung handele. Die Verantwortung liege allein beim Präsidenten.

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