Havanna/Bogotá et al. Regierungen und Organisationen in Lateinamerika reagieren teils mit scharfer Kritik auf den Angriff Israels und der USA auf den Iran.
Der kubanische Staatspräsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez schrieb: "Die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten vom 28. Februar, die die Souveränität und territoriale Integrität des Iran verletzen, stellen einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen dar. Sie gefährden die diplomatischen Bemühungen in Bezug auf die Atomfrage und den Frieden sowie die regionale und internationale Sicherheit."
Sein kolumbianischer Amtskollege, Gustavo Petro, kritisierte den israelischen Militärschlag gegen eine Mädchenschule im Iran: "Die Bilanz der heutigen Gewalt scheinen 50 minderjährige Mädchen zu sein, die durch eine Rakete von Netanjahu getötet wurden. Das ist Barbarei. Es nützt nichts, den Frauen im Iran zu sagen, sie sollen sich befreien, indem sie ihre Schleier ablegen, wenn diejenigen, die das verlangen, ihre Töchter töten." Im Laufe des Samstag erhöhte sich die Zahl der getöteten Schülerinnen nach iranischen Angaben auf mindestens 85.
Das politische Forum der Puebla-Gruppe von Politiker:innen und Intellektuellen aus Lateinamerika zeigte sich besorgt um den internationalen Frieden: "Die Anwendung von Gewalt durch die USA und Israel gegen den Iran und die anschließenden iranischen Vergeltungsmaßnahmen in der Region verschärfen eine Eskalation, die den internationalen Frieden bedroht und die Zivilbevölkerung unmittelbar gefährdet." Die Puebla-Gruppe fordert "die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und die dringende Aktivierung diplomatischer Kanäle im Rahmen der Vereinten Nationen."
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Auch die Kommunistische Partei Chiles, die noch bis zum 11. März 2026 zur Amtsübergabe Teil der Regierung von Präsident Gabriel Boric ist, verurteilte die heutigen Angriffe in einem Kommuniqué: "Mit diesem Angriff bekräftigen die USA und Israel ihre tiefe Verachtung für den weltweiten Dialog und die friedliche Beilegung von Streitigkeiten. Israel ist ein Staat, der in jüngster Zeit einen Völkermord begangen hat, der die Menschheit erschüttert hat. Die USA haben dasselbe in verschiedenen Teilen der Welt getan und versuchen derzeit, das kubanische Volk durch eine grausame Blockade auszuhungern."
In Guatemala verurteilten Präsident Bernardo Arévalo und das Außenministerium die Angriffe und warnten vor einer "weiteren Eskalation". "Die Reaktion der guatemaltekischen Regierung auf die Angriffe gegen den Iran offenbart diplomatische Differenzen zur Position von Präsident Donald Trump", hieß es in einem Beitrag von TvGT. Die Regierung von Arévalo galt bisher als außenpolitischer Verbündeter der USA.
In Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA griff der Iran militärische Ziele in der Region an, unter anderem in Kuwait und Katar. Kritik an den Angriffen der beiden westlichen Verbündeten gab es neben den Stimmen aus Lateinamerika auch von der Türkei, der Volksrepublik China und der Russischen Föderation. Bei den Angriffen der USA und Israels wurde vermutlich auch der religiöse Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, getötet. Dies hatte zunächst US-Präsident Donald Trump in einem Post erklärt. Später bestätigte auch der Nachrichtensender Telesur unter Berufung auf iranische Medien den Tod des 86-jährigen.


