Quito. Ecuador hat eine neue militärische Zusammenarbeit mit den USA angekündigt. "Wir beginnen eine neue Phase im Kampf gegen den Drogenterrorismus und den illegalen Bergbau. Im März werden wir gemeinsame Operationen mit unseren Verbündeten in der Region durchführen, darunter auch mit den USA", schrieb Präsident Daniel Noboa am vergangenen Montag auf X. In einer Pressemitteilung des U.S. Southern Command (Southcom) wird die Operation als "eindrucksvolles Beispiel für das Engagement der Partner in Lateinamerika und der Karibik im Kampf gegen die Geißel des Drogenterrorismus" gelobt.
Die Rolle der USA soll vor allem in Aufklärung, militärischer Beratung und technischer Unterstützung für die ecuadorianischen Streitkräfte bestehen. Ob bei den geplanten Aktionen US-Truppen zum Einsatz kommen oder sich andere Länder an der Anti-Drogen-Kampagne beteiligen, konkretisierten weder Noboa noch die US-Regierung.
Konkrete Details zu Umfang, Zielen oder dem Zeitrahmen der Aktion blieben zunächst unklar. Die Bombardierung eines Lagers mutmaßlicher Farc-Dissidenten im Grenzgebiet zu Kolumbien am Freitag ist der erste öffentlich gewordene Einsatz der Zusammenarbeit (amerika21 berichtete).
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Seit Beginn der Präsidentschaft Noboas im Jahr 2023 wurde die Sicherheitspartnerschaft zwischen Ecuador und den USA weiter verstärkt. Zuletzt gab es im Dezember eine gemeinsame Militäroperation der Luftwaffen beider Länder in der Hafenstadt Manta. Dies geschah, obwohl Noboa im November des vergangenen Jahres mit einem Referendum gescheitert war, das ausländische Militärbasen im Land ermöglichen sollte. Zwischen 1999 und 2009 befand sich in Manta eine permanente Präsenz der US-Luftwaffe. Während sich der Fokus vorheriger Militäraktionen auf den Pazifischen Ozean konzentrierte, richtet man sich aktuell auf das Landesinnere aus. "Wir befinden uns im Krieg", sagte Innenminister John Reimberg am Dienstag, nachdem der Präsident erneute Ausgangssperren in vier Provinzen wegen der hohen Mordraten und der organisierten Kriminalität angekündigt hatte.
Die Militärübung verdeutlicht erneut, welchen Stellenwert die USA inzwischen für die ecuadorianische Regierung haben. Während Ecuador zu lateinamerikanischen Ländern zunehmend Spannungen entwickelt, werden die Beziehungen zu Washington weiter ausgebaut. In diesem Zusammenhang schloss Ecuador zuletzt die kubanische Botschaft in Quito und erklärte den kubanischen Botschafter zur Persona non grata. Mit Mexiko gibt es bereits seit 2024 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Damals wurde die mexikanische Botschaft durch die Polizei gestürmt, um den ehemaligen Vizepräsidenten Jorge Glas zu verhaften, dem Mexiko zuvor diplomatisches Asyl gewährt hatte.
Auch zum nördlichen Nachbarn Kolumbien ist das Verhältnis aufgrund neuer Zölle von bis zu 50 Prozent auf kolumbianische Güter angespannt. Am Samstag nahm Noboa in Miami am ersten Treffen des "Shield of the Americas" teil, einem von US-Präsident Trump einberufenen Gipfel verschiedener rechtsgerichteter lateinamerikanischer Regierungen (amerika21 berichtete). Trump kündigte die Schaffung einer Militärkoalition unter US-Führung an, die Drogenkartelle und kriminelle Organisationen bekämpfen soll. Voraussichtlich wird Ecuador auch hieran beteiligt sein.

