Miami. Am Samstag hat in Florida das Gipfeltreffen "Schild von Amerika" von US-Präsident Donald Trump mit zwölf verbündeten Staatschefs aus Lateinamerika stattgefunden. Bei dem Treffen wurde ein militärisches Vorgehen gegen Drogenkartelle auf dem Kontinent angekündigt.
"Kern unserer Vereinbarung ist die Verpflichtung, tödliche militärische Gewalt einzusetzen, um diese finsteren Kartelle und Terrornetzwerke zu zerschlagen. Wir werden sie ein für alle Mal ausschalten", sagte Trump laut Univision. Weiter erklärte er: "Die Machthaber dieser Region haben zugelassen, dass große Gebiete der westlichen Hemisphäre unter die Kontrolle transnationaler Banden geraten. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden helfen. Sie wollen, dass wir eine Rakete einsetzen. Die sind extrem präzise. Schwupps! Wir schicken sie direkt ins Wohnzimmer, und das war's dann mit dem Kartellmitglied". Nach Presseberichten soll die zu militärischen Schlägen gegen Drogenkartelle bereite Allianz aus 17 Staaten bestehen.
Bei dem Treffen in Trumps luxuriösem Golfclub in Florida waren die Staatschefs von Argentinien, Bolivien, El Salvador, Ecuador, Honduras, Paraguay, Costa Rica, Panama, der Dominikanischen Republik und Trinidad und Tobago sowie der designierte Präsident Chiles, José Antonio Kast, anwesend. Kast tritt sein Amt am 11. März an.
Der Nachrichtensender Telesur sieht in dem Plan eine "Militarisierung der Hemisphäre" und betont, dass Trump die Notwendigkeit sehe, dass "lateinamerikanische Länder ihre Streitkräfte gegen die Kartelle einsetzen". Er stufe die Banden als mächtiger als die lokalen Polizeikräfte ein.
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Trump griff auf dem Treffen Mexiko scharf an. Dieses sei ein "Epizentrum der Kartellgewalt". Mexikanische Drogenkartelle seien für einen "Großteil des Blutvergießens und des Chaos auf diesem Kontinent verantwortlich". Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum war zu dem Treffen nicht eingeladen. Sheinbaum hatte die US-Angriffe auf angebliche Drogenboote im Pazifik und in der Karibik in der Vergangenheit scharf kritisiert und ausgeschlossen, dass US-Militäreinheiten in Mexiko gegen Drogenkartelle vorgehen. Gleichwohl mobilisierte das Land zusätzliche eigene Sicherheitskräfte. Bei einer Militäroperation in Jalisco wurde im Februar der mutmaßliche Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación getötet. Dies führte zu einer Welle der Gewalt (amerika21 berichtete).
Weiter wiederholte Trump seine Drohungen gegen Kuba, welches seit mehreren Wochen unter einer massiven Verschärfung der Blockade und der totalen Blockade von Öllieferungen leidet. Kuba befände sich "in den Momenten seines Daseins in der alten Form", behauptete der US-Präsident laut Telesur.
Auch der Einfluss Chinas auf dem Kontinent war im Visier von Trump. Gegenüber dem anwesenden Präsidenten von Panama, José Raúl Mulino Quintero, nannte Trump die Möglichkeit, den Kanal "zurückzuerobern", da China "zu viel Kontrolle in der Region" ausübe. Trump hatte schon Ende 2024 angekündigt, den Panamakanal wieder unter US-amerikanische Kontrolle zu stellen (amerika21 berichtete). Infolgedessen hatte Panama zahlreiche Zugeständnisse an die USA gemacht, der Stationierung von US-Militär zugestimmt (amerika21 berichtete) und bestehende Verträge mit chinesischen Unternehmen gekündigt (amerika21 berichtete).
Das Treffen in Florida fand im Vorfeld einer geplanten China-Reise von Trump statt. Im April will der US-Präsident die Volksrepublik besuchen (amerika21 berichtete).

