Ecuador erhöht Zölle auf Importe aus Kolumbien auf 50 Prozent

Noboa eskaliert Handelskonflikt mit höheren Zöllen auf Kolumbien.

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Ecuador hebt Zölle auf kolumbianische Importe auf 50 Prozent an
Ecuador hebt Zölle auf kolumbianische Importe auf 50 Prozent an

Quito/Bogotá. Ab dem 1. März erhebt Ecuador auf Waren aus Kolumbien Einfuhrabgaben von 50 Prozent. Das Produktions- und Außenhandelsministerium teilte am 26. Februar mit, der Schritt erfolge aus "Gründen der nationalen Sicherheit" und wegen fehlender "konkreter und wirksamer Maßnahmen" Kolumbiens zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Grenzgebiet. Die neue Regelung hebt damit den bisherigen Satz von 30 Prozent um weitere 20 Prozentpunkte an.

Produktionsminister Luis Alberto Jaramillo erklärte, der Dialog mit Bogotá sei ins Stocken geraten. Ohne stärkere Kontrollen könne es keinen stabilen Handel geben. "Der Ball liegt bei Kolumbien", sagte er mit Blick auf die Sicherheitssituation an der Grenze. Nach seinen Angaben könnte die Entscheidung rund ein Drittel der ecuadorianischen Ausfuhren in das Nachbarland betreffen.

Der Konflikt hatte am 21. Januar begonnen, als Präsident Daniel Noboa erstmals einen Aufschlag von 30 Prozent auf kolumbianische Produkte verhängte. Die Maßnahme galt zunächst als befristet und sollte nach Angaben aus Quito den Druck auf Bogotá erhöhen, verstärkt gegen bewaffnete Gruppen und Schmuggelnetzwerke im Grenzraum vorzugehen. Kolumbien reagierte am 24. Februar mit einem gleich hohen Zoll auf 23 Tarifpositionen mit insgesamt 73 Unterpositionen. Betroffen sind unterschiedliche Warengruppen aus Landwirtschaft und verarbeitender Industrie. Zudem beschränkte Bogotá die Einfuhr bestimmter Waren über die Grenzübergänge Ipiales und Puerto Asís und verschärfte dort die Kontrollen.

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Zu den betroffenen Gütern gehören Erzeugnisse der Lebensmittel- und Agrarkette wie Milchprodukte, Fleischwaren und verarbeitete Nahrungsmittel sowie Industrie- und Konsumwaren wie Reifen, Papier, Verpackungen und Schuhe. Branchenverbände warnen vor steigenden Transportkosten und Verzögerungen in den Lieferketten. Nach Angaben kolumbianischer Behörden exportierte Kolumbien 2024 Waren im Wert von über 1,9 Milliarden US-Dollar nach Ecuador. Die Einfuhren aus Ecuador beliefen sich im selben Jahr auf mehr als 800 Millionen US-Dollar. Beide Länder zählen damit jeweils zu den wichtigsten Handelspartnern des anderen in der Andenregion.

Das bilaterale Handelsvolumen liegt bei rund 2,8 Milliarden US-Dollar jährlich. Wirtschaftsverbände beider Länder verweisen auf enge Verflechtungen in Bereichen wie Energie, Pharmazeutika, Agroindustrie, Chemie und Kunststoffe. Vertreter:innen kolumbianischer Handelsorganisationen prüfen nach eigenen Angaben weitere Schritte, darunter eine mögliche Anhebung der Zölle auf ebenfalls 50 Prozent.

Beide Regierungen haben im Zuge der Maßnahmen Beschwerden bei der Andengemeinschaft eingereicht. Delegationen trafen sich in Quito zu Gesprächen, erzielten jedoch keine Einigung. Mit Inkrafttreten des neuen Zollsatzes am 1. März verschärft sich der wirtschaftspolitische Konflikt zwischen den beiden Andenstaaten somit weiter.