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US-Truppen in Ecuador trotz Nein im Referendum stationiert

Luftwaffe der Vereinigten Staaten beginnt Einsatz mit Ecuadors Luftwaffe in Manta. Regierung spricht von kurzer Mission im Rahmen bestehender Abkommen. Kein Enddatum genannt

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US-Soldaten beschlagnahmen "Drogengelder" in einer Operation mit den Streitkräften Ecuadors
US-Soldaten beschlagnahmen "Drogengelder" in einer Operation mit den Streitkräften Ecuadors

Quito/Manta. Präsident Daniel Noboa erlaubt in Ecuador die Stationierung von US-Truppen trotz eines ablehnenden Volksreferendums in diesem Jahr. Die US-Botschaft in dem südamerikanischen Land begrüßte das US-Personal der Luftwaffe zu einem "vorübergehenden" Einsatz mit der ecuadorianischen Luftwaffe in Manta am 17. Dezember. In der Erklärung wird betont, dass die Maßnahme "kurzfristig" sei und "im Einklang mit den derzeit geltenden Vereinbarungen nach ecuadorianischem Recht" stehe. Offiziell soll die Operation die Fähigkeit der ecuadorianischen Streitkräfte "zur Bekämpfung von Drogenterroristen" verbessern sowie die "Vereinigten Staaten und Ecuador vor gemeinsamen Bedrohungen" schützen.

Obwohl die gemeinsame Militäroperation von beiden Regierungen als temporär bezeichnet wird, wird kein Datum der Beendigung genannt. Auch die ecuadorianische Außenministerin Gabriela Sommerfeld bestätigt, dass die Operation dann ende, "wenn eines der beiden Länder dies entscheidet".

In einem Interview mit Ecuavisa betont sie, dass die Präsenz von US-Truppen nicht dazu diene "in Drittländern zu intervenieren" und negierte eine Verbindung mit der US-Strategie gegen Venezuela. Auch stelle die Stationierung von US-Militär in Ecuador keinen Widerspruch zu der Entscheidung des Referendums vom 16. November 2025 dar. Damals lehnten die Bürger des Landes eine Änderung von Artikel Fünf der ecuadorianischen Verfassung ausdrücklich ab (amerika21 berichtete). Dort ist festgelegt, dass "Ecuador ein Land des Friedens" ist und die "Einrichtung ausländischer Militärstützpunkte oder ausländischer Einrichtungen für militärische Zwecke nicht gestattet" ist.

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Entgegen der Einschätzung von Sommerfeld und der US-Botschaft sieht die ecuadorianische Organisation "Koordinationsstelle für Frieden, Souveränität, Integration und Nichteinmischung" (CPAZ) einen Verstoß gegen Artikel Fünf der Verfassung. In einer Stellungnahme wird angesichts des Kontextes "des systematischen Drucks und den wahnwitzigen territorialen Erdölansprüchen seitens des US-Imperialismus gegenüber der Bolivarischen Republik Venezuelas" davor gewarnt, dass Ecuador als Operationsplattform für Aggressionen gegen Nachbarstaaten genutzt werden könne. Auch agiere Präsident Daniel Noboa mit der Bestätigung der Stationierung von US-Truppen entgegen dem souveränen Mandat, welches die Bürger am 16. November an der Urne zum Ausdruck brachte.

Die Organisation erwäge legale Mittel gegen die aktuelle Regierung und stellt fest, dass "das Ignorieren der Resultate des Referendums ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Noboa" rechtfertigen würde. Die Stellungnahme ruft dazu auf, Lateinamerika und die Karibik als Zone des Friedens zu erhalten und eine Einmischung von außen in ecuadorianische Entscheidungen zu verhindern.

Tatsächlich operieren US-Truppen bereits vor der offiziellen Veröffentlichung seitens der US-Botschaft auf ecuadorianischem Staatsgebiet. So schrieb das Verbundkommando der US-Spezialkräfte des Südkommandos (SOSOUTH) am 12. Dezember 2025 auf X, dass Spezialeinheiten in einer gemeinsamen Aktion mit der ecuadorianischen Armee Gelder beschlagnahmten, die aus dem Drogenhandel stammen sollen. US-Stabsoffizier Abdón Garay-Briones argumentiert im Journal des US-Militärs Military Review, dass eine Stationierung von Truppen in Ecuador der "Abschreckung gegen äußere Einflüsse, insbesondere China und Russland" dienen könne.