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Kampf gegen Drogenhandel: USA wollen Eliteeinheit in Uruguay stationieren

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Die USA wollen ihre militärische Zusammenarbeit mit Lateinamerika ausbauen, nun auch im Kampf gegen Drogenhandel
Die USA wollen ihre militärische Zusammenarbeit mit Lateinamerika ausbauen, nun auch im Kampf gegen Drogenhandel

Montevideo. Die Regierungen von Uruguay und den USA wollen bei der Bekämpfung des Drogenhandels enger kooperieren. Spezialkräfte der US-Armee zur Drogenbekämpfung, die US Security Force Assistance Brigade (SFAB), sollen dafür in Uruguay stationiert werden und mit den dortigen Militärs zusammenarbeiten. Die USA entsenden damit erstmals ihre militärische Elitetruppe nach Uruguay.

Der Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Senats billigte fast ohne Prüfung das so genannte "Abkommen über die Beschaffung von Versorgungsgütern und die gegenseitige Erbringung von Dienstleistungen" (Logistikabkommen) zwischen dem US-Südkommando (Southcom) und dem uruguayischen Verteidigungsministerium (MDN), berichtet die Zeitung Brecha.

Das Abkommen regelt die Unterstützung von Stützpunkten inklusive der dazugehörigen Bauarbeiten. Es umfasst zudem Regelungen für Verlegungen, Aufenthalte und Operationen sowie für andere kooperative Tätigkeiten. In unvorhersehbaren Situationen oder wenn eine der Parteien logistische Unterstützung, Lieferungen oder Dienstleistungen benötigt, sieht das Abkommen ebenfalls Vorkehrungen vor.

Beide Länder arbeiten bereits in den Bereichen der Bekämpfung von Geldwäsche, Cybersicherheit und Häfen zusammen. Im Interview mit der Zeitung Búsqueda sagte die US-Botschafterin in Montevideo, Heide Fulton, dass sie versuchen werde, die "Instrumente beider Länder" zur Bekämpfung von Drogenhändlern, Drogen und Kriminalität im Mercosur-Land zu nutzen.

Laut Fulton ist die Strategie der SFAB, kleine Teams in Partnerländer zu entsenden, die mit den dortigen Streitkräften zusammenarbeiten. Die Einheiten sollen Verbindungen mit den Ausbildungsabteilungen und Kommandoebenen der Streitkräfte aufbauen. Dazu gehören zum Beispiel Dienstakademien, Kriegsschulen, Kommandos für Spezialkräfte, Pionierbataillone und Friedenssicherungsschulen. Ersten Medienberichten zufolge sollen zwölf SFAB-Offiziere in Uruguay eingesetzt werden.

Eine weitere Forderung der Regierung Uruguays an die USA ist die Wiedereinsetzung des Büros der Drug Enforcement Administration (DEA). Die US-Drogenvollzugsbehörde hatte sich 2019 im Rahmen einer Umverteilung der Ressourcen in der Region aus dem Land zurückgezogen.

Die SFAB wiederum wurde 2017 als eine auf die Bekämpfung des Drogenhandels spezialisierte Einheit gegründet. Insgesamt verfügt sie über sechs Brigaden, wovon eine dem US-Südkommando für Lateinamerika und der Karibik dient. Die Elitetruppe ging aus einer Spezialeinheit der US-Streitkräfte hervor, die ursprünglich in Afghanistan und im Irak im Einsatz war und als Teil der US-Militärkampagne gegen den Terrorismus im Nahen Osten agieren soll.

In Lateinamerika kam die SFAB erstmals in 2020 in Kolumbien zum Einsatz. Später wurde sie auch in Honduras und Panama stationiert. Ihre Präsenz auf dem Kontinent führte zu einigen öffentlichen Debatten. In Kolumbien wurde befürchtet, dass die SFAB mit Paramilitärs kooperieren werde, die Angriffe auf Venezuela befördern. Der Oberste Gerichtshof hatte zunächst einen Abbruch angeordnet (amerika21 berichtete).

Neben Uruguay plant das Südkommando, die SFAB auch nach Ecuador und Peru zu expandieren. Das Südkommando hat mehrfach seine Nervosität über die Beziehungen der Länder in der Region zu aus seiner Sicht "böswilligen Akteuren" zum Ausdruck gebracht. Damit sei insbesondere die Volksrepublik China gemeint, berichtet die Wochenzeitung Brecha aus Uruguay.

Die verstärkte Präsenz solle dazu beitragen, dem Einfluss anderer Nationen in der Region entgegenzuwirken, heißt es in einem Dokument der US-Armee vom 21. August, so die uruguayische Zeitung Búsqueda.