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Zahlreiche Tote bei bewaffneten Zusammenstößen in Kolumbien

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Der Hochkommissar für den Frieden Danilo Rueda ruft dazu auf,  den Bruderkrieg zu beenden
Der Hochkommissar für den Frieden Danilo Rueda ruft dazu auf, den Bruderkrieg zu beenden

Puerto Guzmán. Bei Konfrontationen zwischen verschiedenen dissidentischen Gruppen der ehemaligen Farc-Guerilla im Departamento Putumayo sind mindestens 23 Menschen getötet worden. Laut Medienberichten handelte es sich um die "Frente Carolina Ramírez" von Iván Mordisco und "Comandos de la Frontera" der Segunda Marquetalia von Iván Márquez. Auch Mitglieder von Drogenkartellen seien involviert gewesen.

Die Stiftung "Red de Derechos Humanos del Campesinado del Putumayo" prangerte in einem von Indepaz publizierten Dokument an, dass aufgrund dieser bewaffneten Auseinandersetzungen in der Gemeinde Puerto Guzmán in Putumayo über 30 Bauernfamilien fliehen mussten. Sie seien während der Auseinandersetzungen dem Kreuzfeuer ausgesetzt gewesen.

Das Departamento ist eines der Gebiete, in dem die Konfrontationen zwischen verschiedenen bewaffneten Gruppierungen immer noch zahlreich sind. Eine große Rolle spielt dabei die Kontrolle über die Korridore des Drogenhandels.

Beide dissidentischen Gruppierungen der früheren Farc-EP hatten unlängst ihre Bereitschaft zum Friedensdialog mit der Linksregierung von Gustavo Petro erklärt.

Seitens der Regierung kritisierte Danilo Rueda, Hochkommissar für den Frieden, die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Dissidentengruppen der Farc scharf: "Wir weisen die Gewalt und das Leid, die heute von bewaffneten Gruppen in Putumayo ausgeübt werden, entschieden zurück. Unsere Bereitschaft zum Dialog hat eine Grenze. Wir fordern euch dringend auf, diesen Bruderkrieg zu beenden", sagte der Hochkommissar. "Stoppt die Quälerei der Bevölkerung von Putumayo, hört die Stimme der Bürger, sie wollen keinen Krieg mehr, sie wollen keine Gräueltaten mehr, sie wollen Freiheit, sie wollen in ihrem Gebiet wohnen, ohne Angst getötet oder gefoltert zu werden oder zu verschwinden", so Rueda weiter.

Die Stiftung "Red de Derechos Humanos" forderte die Präsenz des Staates, um die Bauernfamilien, "die einem hohen Risiko ausgesetzt sind, vor den systematischen und strukturellen Konfrontationen" zu schützen. Der Staat sei bezüglich der jüngsten Vorfälle noch eine Erklärung schuldig, denn das Militär sei erst einige Stunden nach den Zusammenstößen erschienen und die verängstigte Gemeinschaft hatte die getöteten Personen bereits auf den Friedhof gebracht.

Im Departamento Putumayo wurden im Verlaufe dieses Jahres bereits mehrere Konfrontationen registriert, so auch am 21. Juli 2022 im Gebiet La Torre, ebenfalls in der Gemeinde Puerto Guzmán. Acht Personen verloren hier bei Auseinandersetzungen zwischen Dissidentengruppen ihr Leben.

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