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Angriffe auf Journalist:innen in El Salvador nehmen zu

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Bei der Beobachtungsstelle zur Gewalt gegen Journalist:innen in El Salvador werden immer mehr Angriffe gemeldet
Bei der Beobachtungsstelle zur Gewalt gegen Journalist:innen in El Salvador werden immer mehr Angriffe gemeldet

San Salvador. Die Beobachtungsstelle zur Gewalt gegen Journalisten des salvadorianischen Journalistenverband Apes hat allein zwischen Januar und Juli 2021 insgesamt 167 gewalttätige Angriffe auf Medienschaffende registriert. Die Mehrheit ist auf Staatsorgane zurückzuführen.

Im Vergleich zu den letzten Jahren stieg die Zahl der registrierten Verstöße deutlich. Im Jahr 2018 listete der salvadorianischen Journalistenverband Apes 65 Fälle; nur ein Jahr später waren es bereits 77. Die Zahl vom letzten Jahr (125 Fälle) wurde dieses Jahr bereits innerhalb der ersten sieben Monate überschritten.

Die Zahlen stammen aus dem Bericht "Die Lage der Pressefreiheit in El Salvador im Jahr 2021", den Apes zum diesjährigen Tag der Journalist:innen vorgelegt hatte.

Dazu die Expräsidentin von Apes Angélica Cárcamo: "In den letzten Jahren wurde die Meinungsfreiheit immer weiter eingeschränkt". Das Besorgniserregende daran sei die Tatsache, dass die meisten Verstöße von den Regierungseinrichtungen stammen. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass die meisten Anzeigen auf die Einschränkung der journalistischen Tätigkeiten zurückgehen.

Laut Cárcamo haben die Journalist:innen keinen freien Zugang zu den offiziellen Informationsquellen, und um diesen zu erlangen, "müssen sie die Pressestelle des Präsidentenhauses um Erlaubnis bitten. Das heißt, es gibt eine Zentralisierung der Information".

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Die Sperrung der öffentlichen Informationen ist mit am häufigsten Gegenstand der Beschwerden. Dass Präsident Nayib Bukele die Reform des Gesetzes, das diesen Zugang reguliert, vorgeschlagen hat, macht die Situation noch komplizierter.

Der Bericht zeigt auch die häufigen Fälle von digitaler Belästigung auf, die auf die physische Ebene übergegangen sind.

Apes meldet außerdem verschiedene Vorkommnisse aus dem Parlament. So wurden Journalist:innen während ihrer Interviews mit Funktionsträger:innen immer wieder ungefragt fotografiert oder mit Videokameras aufgenommen. Laut Susana Penate von Apes stellen Frauen den höchsten Prozentsatz der Betroffenen dar: Wie die Untersuchungen bestätigen, weisen die digitalen Verstöße oft einen frauenfeindlichen Hintergrund auf. Darüber hinaus kann man dem Bericht entnehmen, dass auch Journalist:innen aus der LGBTI-Gemeinschaft angegriffen werden. Es habe zudem Fälle physischer Gewalt gegeben: Jorge Beltrán Luna, ein Journalist der Tageszeitung Diario de Hoy, wurde von einem Polizisten der nationalen Zivilpolizei attackiert, und vor kurzem griff ein Sicherheitsagent der ehemaligen Vizepräsidentin Ana Vilma Escobar Journalisten an.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt Apes Schulungsmaßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz, einen besseren Schutz der Journalist:innen durch die Medien und die Durchführung detaillierter Studien über die Gewalt in den sozialen Netzwerken. Außerdem wird die Regierung aufgefordert, die kritischen Medien und Journalist:innen nicht zu stigmatisieren.

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