Neues Onlinemagazin "Capire" bietet feministische Analysen in vier Sprachen

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Das feministische Portal Capire ist seit Anfang Januar 2021 online
Das feministische Portal Capire ist seit Anfang Januar 2021 online

Buenos Aires. Anfang Januar ist das feministische Online-Magazin Capire online gegangen, um Frauen eine Stimme zu geben, die sich in sozialen Bewegungen und für Land und Territorium einsetzen. Dies berichtet die argentinische Internetplattform Resumen Latinoamericano.

Das Magazin steht nach eigenen Angaben für einen "antikapitalistischen, antirassistischen, popularen Feminismus" und hat seine Ursprünge im Frauenweltmarsch (Marcha Mundial de las Mujeres) des Jahres 2000.

Die dazugehörige Allianz hat ihr Sekretariat derzeit in Mosambik und koordiniert das Projekt, das sich auch für "linguistische Vielfalt" einsetzt und in den Sprachen Spanisch, Französisch, Englisch und Portugiesisch erscheint. Weitere Partner des Magazins sind Frauen aus der Landarbeiter:innenbewegung Via Campesina und Friends of the Earth International.

Der Name Capire, der "Verstehen" bedeutet, leitet sich aus dem Liedtext zum Frauenweltmarsch 2000 ab. Das Magazin bietet Interviews, Analysen, Erfahrungsberichte und kulturelle Beiträge in den Rubriken Bewegung, Feministische Ökonomie, Umweltgerechtigkeit, Nahrungsmittelsouveränität, Demilitarisierung und Autonomie.

Die ersten Beiträge befassen sich mit den Auswirkungen der Gewalt, der Pandemie und der Hurrikane auf Frauen in Honduras, dem Kampf palästinensischer Frauen gegen Patriarchat und israelische Besatzung, der Frauenbewegung in der "letzten Kolonie Afrikas", der Westsahara, oder einer feministischen Kritik an der Macht der Unternehmen.

Hinzu kommen etwa das Gedicht "Erschöpfte Frau" der ivorischen Slampoetry-Gewinnerin Linda Kouamé oder "Synthesis II" (Gedichte aus Bukavu) der Portugiesin Judite Canha Fernandes. Sefu Sani vom Women’s March Kenia beschäftigt sich mit der Nahrungsmittelsouveränität in Afrika. Dabei geht es darum, dass die Frauen, die auf dem Kontinent für den Anbau und die Weiterverarbeitung zuständig sind, die Freiheit haben sollten zu wählen, welche Lebensmittel sie anbauen. Diese Freiheit stehe im Kontrast zu den Lebensmittelspenden, die in Regionen verteilt werden, die dürreanfällig sind. Frauen aus Kuba berichten über ihr Verständnis von Antiimperialismus, Feminismus und Solidarität.

Die derzeit vier Redakteurinnen und sechs Mitarbeiterinnen bzw. Übersetzerinnen arbeiten mit Autorinnen auf der ganzen Welt zusammen und wollen ein Magazin schaffen, dass eine "militante Perspektive" und eine leichte Sprache fördert. Gleichzeitig ging Capire auch auf Instagram, Facebook und Twitter an den Start, versendet Newsletter und hat eine Telegram-Gruppe.

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