Mexiko erneut von Erdbeben erschüttert

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Das Erdbeben schädigte zahlreiche Gebäude
Das Erdbeben schädigte zahlreiche Gebäude

Mexiko-Stadt. Am vergangenen Dienstag, den 23. Juni, erschütterte ein Beben der Stärke 7.5 den Süden und das Zentrum Mexikos. Laut dem Nationalen Seismologischen Institut ist das Epizentrum des gewaltigen Erdstoßes in Oaxaca zu verorten. Spürbar waren die Erschütterungen auch in Mexiko-Stadt und den Bundesstaaten Mexiko, Guerrero, Chiapas, Michoacán, Jalisco, Querétaro, Morelos, Tabasco, Veracruz und Puebla. Am stärksten betroffen waren die Orte San Juan und San Francisco Ozolotepec. Bis zum späten Nachmittag des folgenden Tages wurden über 2.000 Nachbeben gezählt.

Die Zahl der Toten beläuft sich nach aktuellem Stand auf zehn Personen. Über 5.000 Gebäude weisen Schäden auf. Auch Bauwerke in Mexiko-Stadt blieben nicht verschont. 15 Gesundheitszentren sind ebenfalls betroffen.

Ein vergleichbares Szenario ereignete sich in Mexiko bereits vor drei Jahren, am 19. September 2017. Doch die Folgen damals waren trotz geringerer Stärke aufgrund verschiedener Faktoren verheerender. So kamen mehr als 350 Personen ums Leben und viele verloren ihr Zuhause. Mit Rückblick auf dieses Ereignis und mit Bezug auf das aktuelle Beben veröffentlichte das Kollektiv Damnificados Unidos de la Ciudad de México (Vereinigte Opfer von Mexiko-Stadt) ein Communiqué. Das Kollektiv ist ein Zusammenschluss verschiedener Personen, die als Geschädigte aus dem Erdbeben des 19. Septembers hervorgingen und sich zum Ziel gesetzt haben, das Recht eines jeden auf angemessenen Wohnraum geltend zu machen.

Dieses Mal gebe es 120 neue Geschädigte in Mexiko-Stadt. Der Zusammenschluss bekundet gegenüber den Betroffenen seine Solidarität und fordert, dass keine Person in Mexiko-Stadt ihren Wohnraum verlieren dürfe und der Staat unmittelbar auf eine solche Problematik reagieren müsse. Doch es mangle an den notwendigen Strukturen. Angeprangert wird darüber hinaus, dass seit dem Beben von 2017 seitens der mexikanischen Behörden keine allumfassende Lösung für die daraus resultierenden Probleme und Wohnraumverluste gefunden wurde und umgesetzt werden konnte. Der Mangel an finanziellen Mitteln sei dabei nicht als Ursache zu werten. Ausschlaggebend seien fehlender politischer Wille sowie unzureichendes Management der Kommission zum Wiederaufbau Mexiko-Stadts. Darüber hinaus wird die mangelnde Transparenz im Umgang mit finanziellen Mitteln für den Wiederaufbau kritisiert.

Seitens der Politik wird jedoch versprochen, auf das aktuelle Erdbeben entsprechend zu reagieren. So versichert beispielsweise der Gouverneur von Oaxaca, sich der Situation betroffener Familien anzunehmen. Auch solle Zugang zum Fonds für Naturkatastrophen geschaffen werden. Ob eine tatsächliche Umsetzung erfolgt, bleibt abzuwarten.

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