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Unmut in Peru nach Haftentlassung von rechter Politikerin Keiko Fujimori

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Keiko Fujimori hatte bei der Anhörung vor Gericht in Peru alle Vorwürfe zurückgewiesen
Keiko Fujimori hatte bei der Anhörung vor Gericht in Peru alle Vorwürfe zurückgewiesen

Lima. Die Oppositionsführerin und Vorsitzende der rechtskonservativen peruanischen Partei Fuerza Popular, Keiko Fujimori, ist am vergangenen Freitag aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Entlassung erfolgte auf der Grundlage einer Entscheidung des peruanischen Verfassungsgerichts, nach der bei Fujimori, die sich seit dem 1. November 2018 in Untersuchungshaft befand, keine Verdunkelungsgefahr bestehe und die Untersuchungshaft daher nicht gerechtfertigt sei.

Die Entlassung entlastet Fujimori jedoch nicht von den Vorwürfen der Geldwäsche wegen derer weiterhin gegen sie ermittelt wird. Konkret wird ihr vorgeworfen, während des Wahlkampfs für die peruanischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2011 illegale Spenden des brasilianischen Bauunternehmens Odebrecht angenommen und deren Herkunft verschleiert zu haben.

Die Tochter des Ex-Diktators Alberto Fujimori kündigte indes an, sich zunächst einige Zeit für ihre Familie und ihre Gesundheit freizunehmen, um sich danach für ein weiteres Vorgehen zu entscheiden.

Hunderte Menschen hatten zuvor gegen die Entlassung protestiert. Neben sozialen und Menschenrechtsorganisationen kritisierten auch Politiker und Staatsanwälte die Entlassung Fujimoris, darunter José Domingo Peréz, der leitende Staatsanwalt in den Ermittlungen gegen Fujimori. Es sei bedauerlich, erklärte Peréz, und dass er auf die Resolution des Verfassungsgerichtes warten wolle, um die Begründung der Entscheidung nachvollziehen zu können. Für die zwei Kongressabgeordneten Milton Cariapaza und Adolfo Iuri deute die Entlassung hingegen darauf hin, dass auch das Verfassungsgericht nicht frei von Korruption ist. Julio Guzmán, Vorsitzender der Partido Morado, bekräftigte, man werde den Schaden, den der Fujimorismo in der Gesellschaft hinterlassen hat, nicht vergessen. In den im kommenden Januar stattfindenden Neuwahlen würde das Land die Korruption jedoch zurückweisen.

Ein wichtiger Zeuge in den Ermittlungen gegen Keiko Fujimori berichtete indes davon, Todesdrohungen erhalten zu haben. Wenige Tage vor ihrer Entlassung habe er einen Telefonanruf erhalten, in dem ein unbekannter Anrufer ihn warnte, dass Keiko aus dem Gefängnis kommen werde und er sich in Acht nehmen solle. Auch hätten Unbekannte Freunde und Familienangehörige von ihm auf der Straße angesprochen und sich nach ihm erkundigt.

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