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Expertise zu illegalem Bergbau in Peru vorgelegt

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Dr. Antonio Peña Jumpa fordert eine Differenzierung zwischen Bergarbeitern und Unternehmern
Dr. Antonio Peña Jumpa fordert eine Differenzierung zwischen Bergarbeitern und Unternehmern

Lima. Um das Problem des illegalen Bergbaus zu begreifen und erfolgreich zu bekämpfen, müsse man den fundamentalen Unterschied zwischen den Arbeitern und den illegalen Geschäftemachern berücksichtigen. Dies erklärte Dr. Antonio Peña Jumpa, Soziologe und Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Pontificia Universidad Católica in Lima, nachdem er sich eingehend mit der Situation im Raum Puno beschäftigt hatte.

Der Arbeiter oder die Arbeiterin sei für gewöhnlich der Sohn oder die Tochter einer Bauernfamilie aus der Gemeinde oder ein Nachkomme von Migranten aus einem Quechua- oder Aymara-Dorf, und lasse sich auf eine arbeitsrechtlich völlig ungeschützte Situation ein, um ein wenig mehr zu verdienen als den durchschnittlichen Arbeitslohn.

Illegal operierende Unternehmer haben das Glück, im Besitz einer Mine zu sein oder auch nur als Strohmann zu agieren und mehr zu verdienen als legal operierende Geschäftsleute. Dank dieser Mehreinnahmen sind diese Unternehmer jedoch in der Lage, in Juliaca, Puno oder Arequipa eine wirtschaftliche Machtstellung zu etablieren.

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Sowohl Arbeiter als auch illegal operierende Unternehmer verschmutzen Seen, Flüsse und Bäche. Insgesamt sind über 500.000 Menschen von den Umweltschäden betroffen. Bloß: Die etwa 50.000 Arbeiter, überwiegend sehr junge Leute, ruinieren durch diese Tätigkeit in einem schleichenden Prozess ihre Gesundheit.

"Was weiterhelfen würde, wäre die Förderung effektiver traditioneller Bergbaumethoden. Außerdem müssten sämtliche Schürfrechte und Besitzansprüche an Abbaugebieten und Stollen in der Region überprüft werden", unterstreicht Peña Jumpa. "Der traditionelle Bergarbeiter ist in erster Linie ein Mensch, aber er ist eben auch derjenige, der direkt die Bodenvorkommen abbaut. Er ist weder ausgebeuteter Arbeiter noch Unternehmer, der für seine Profitmaximierung Arbeitskräfte verschleißt", so Peña Jumpa, der Experte für Themen wie Recht und Justiz in indigenen und Amazonas-Gemeinden ist.

Es sei höchste Zeit, dass die Regierung sich darum kümmere, dass sich die arbeitsrechtliche Situation der Bergarbeiter verbessere und das Recht der Arbeiter auf physische Gesundheit gewahrt werde. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass die illegal operierenden Unternehmer wenigstens Steuern auf die erzielten Einnahmen zahlten.

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