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Protest gegen Préval und UN-Truppe in Haiti

Mehrere Demonstrationen in Hauptstadt Port-au-Prince. Teilnehmer wenden sich gegen Regierung und ausländische Armee

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Protest vor dem Außenministerium in Port-au-Prince
Protest vor dem Außenministerium in Port-au-Prince

Port-au-Prince. In der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince ist am Donnerstag mindestens ein Mensch bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten verletzt worden. Nach Angaben lokaler Medien fanden mehrere Protestveranstaltungen statt, die sich gegen die Beeinflussung der Wahlen im November durch die Regierung von Präsident René Préval und die UNO-Truppe MINUSTAH wandten. Die Polizei ging gewaltsam gegen die Proteste vor.

Die größte Kundgebung war von Parteien und Gruppierungen der Opposition aus Anlass des 95. Jahrestages der ersten US-Besatzung (1915-1934) anberaumt worden. Nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE nahmen an der Potestveranstaltung mehrere politische Persönlichkeiten wie der ehemalige Premierminister Rosny Smarth (1996-1998) teil. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Préval und die Neubesetzung der Wahlbehörde CEP.

Für die Wahlen am 28. November sind zahlreiche Parteien – unter ihnen die Fanmi Lavalas des gestürzten Staatschefs Jean Bertrand Aristide – nicht zugelassen. Diese Politik von Regierung und Verwaltung hat ein breites Protestbündnis von linken bis zu ultrarechten Kräften geschaffen, das sich gegen die Préval-Führung wendet.

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Während Anhänger der Lavalas-Partei am Donnerstag vor der US-Botschaft gegen die ausländischen Truppen demonstrierten, mobilisierten soziale Organisationen vor das Außenministerium. Auch sie forderten einen Abzug der UN-Truppe MINUSTAH. In dem Demonstrationsaufruf, der amerika21 vorliegt, wenden sich fünf Organisationen „gegen die imperialistische Fremdbestimmung, gegen die MINUSTAH und gegen die Politik der Regierung gegen die Bevölkerung“.

„Am Ende der Veranstaltung haben wir symbolisch eine brasilianische Fahne verbrannt, in die eine US-Flagge eingerollt war“, sagte ein Sprecher der linksgerichteten Gruppierung Batay Ouvivre. Die Aktion symbolisierte die Ablehnung der MINUSTAH, die unter dem Kommando des brasilianischen Generalmayors Luiz Guilherme Paul Cruz steht. Die UNO-Truppe wahrt nach Ansicht der Demonstranten die geopolitischen Interessen der USA in der Region.

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