Peru / Politik

Ultrarechte gewinnt Wahl in Peru

Amtliches Ergebnis mehr als drei Wochen nach der Abstimmung veröffentlicht. Linker Gegenkandidat räumte Niederlage ein

onpe.jpg

Mehr als drei Wochen nach der Wahl wurde das Endergebis bekannt gegeben
Mehr als drei Wochen nach der Wahl wurde das Endergebis bekannt gegeben

Lima. Keiko Fujimori ist am Montagabend zur Siegerin der Präsidentschaftswahlen in Peru erklärt worden. Nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmen kommt Fujimori laut Wahlbehörde ONPE auf 50,135 Prozent der Stimmen. Ihr Gegenkandidat, der linke Politiker Roberto Sánchez, kommt auf 49,865 Prozent. Beide trennen genau 49.641 Stimmen.

Die Wahlen hatten bereits am 7. Juni stattgefunden, vor allem die Auszählung der letzten Stimmzettel hatte sich wochenlang hingezogen. Sánchez räumte nach Angaben des Webportals Infobae die Niederlage ein, rief aber zur Bildung einer Widerstandsallianz gegen Fujimori auf. Vergangene Woche hatte Sánchez noch erklärt, einen Wahlsieg von Fujimori nicht anzuerkennen. Er hatte dies vor allem mit Unregelmäßigkeiten bei den Stimmen der Peruaner im Ausland begründet (amerika21 berichtete).

Das Ergebnis der Wahlen ist ähnlich knapp wie 2021. Damals konnte sich der linke Pedro Castillo knapp gegen Fujimori durchsetzen. Castillo wurde Ende 2022 gestürzt und sitzt seitdem in Haft. Peru ist ein stark gespaltenes Land. Vor allem arme, indigene Bevölkerungsschichten im Süden stimmten mehrheitlich für Castillo, Fujimori bekam ihre Stimmen vor allem aus den Mittelschichten im Norden und im Großraum der Hauptstadt Lima.

Über den Tellerrand schauen?

Mit Ihrer Spende können wir Ihnen täglich das Geschehen in Lateinamerika näher bringen.

Fujimori wird ihr Amt am 28. Juli antreten. Sie ist die Tochter von Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 autoritär regierte, später wegen Verbrechen in seiner Amtszeit inhaftiert wurde und 2024 verstarb.

Wegen des knappen Ergebnisses und der Betrugsvorwürfe von Sánchez könnte es in den nächsten Tagen zu Protesten kommen.