Andengemeinschaft fordert Ecuador und Kolumbien auf Zollstreit zu beenden

Drei Resolutionen erklären die Zölle beider Seiten für illegal. Frist von zehn Werktagen zur Umsetzung. Auch die Sperre am Übergang Rumichaca soll fallen

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Der Grenzübergang bei Rumichaca soll wieder für den Warenverkehr geöffnet werden
Der Grenzübergang bei Rumichaca soll wieder für den Warenverkehr geöffnet werden

Lima/Quito/Bogotá. Am vergangenen Donnerstag hat die Andengemeinschaft (Comunidad Andina de Naciones, CAN) drei Resolutionen erlassen, die Ecuador und Kolumbien dazu auffordern, sämtliche Maßnahmen zur Beschränkung des bilateralen Handels aufzuheben. Sitz der Organisation ist Lima, aktuell führt aber Ecuador den Vorsitz.

Die CAN entschied damit über Anträge beider Länder, nachdem Ecuador die Zölle auf kolumbianische Importe auf 100 Prozent angehoben hatte. Daraufhin führte Kolumbien seinerseits Zölle von bis zu 75 Prozent auf bestimmte ecuadorianische Waren ein (amerika21 berichtete). Den beiden Ländern wurde von der CAN nun eine Frist von zehn Werktagen eingeräumt.

Im Januar 2026 führte Ecuador zunächst einen 30-prozentigen "Sicherheitszoll" auf kolumbianische Waren ein. Begründet wurde dieser von der ecuadorianischen Regierung damit, dass das Nachbarland die gemeinsame Grenze im Kampf gegen Drogenhandel und organisierte Kriminalität nicht ausreichend kontrolliere (amerika21 berichtete). Es folgten Zollerhöhungen von Ecuador (bis auf 100 Prozent), auf die Kolumbien jeweils mit differenzierten Zöllen von 35 Prozent, 50 Prozent und 75 Prozent auf rund 190 ecuadorianische Produkte sowie einer Aussetzung der Stromexporte reagierte.

Die CAN erklärte nun mit den Resolutionen 2.581, 2.582 und 2.583 die Zölle beider Seiten für illegal und forderte zudem die Aufhebung der Sperrung des Grenzübergangs Rumichaca, den Ecuador als einzigen Eintrittspunkt für kolumbianische Waren festgelegt hatte. Basierend auf dem Abkommen von Cartagena von 1969, dem Gründungsvertrag der CAN, ist den Mitgliedsstaaten die gegenseitige Erhebung von Zöllen und Handelsbeschränkungen untersagt.

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Kolumbiens Präsident Gustavo Petro erklärte auf X, er habe "kein Problem damit, die Zölle auf Produkte aus Ecuador in der gleichen Weise und zeitlichen Abfolge aufzuheben, in der sie eingeführt wurden". Eine Beamtin des ecuadorianischen Zolldienstes (SENAE) stellte in einem offiziellen Chat mit Journalisten klar, dass es sich bei dem Dokument "nicht um ein Urteil des Andengerichts, sondern um einen Verwaltungsbeschluss des Generalsekretariats" handele. Weitere Details nannte sie nicht. Laut Experten sind CAN-Resolutionen jedoch unmittelbar vollstreckbar. Auch eine eventuelle Anfechtung seitens Ecuador würde die Pflicht zur Umsetzung dieser nicht aussetzen oder verzögern.

Offen bleibt, was mit den seit Februar 2026 eingenommenen 46 Millionen US-Dollar aus den Zöllen passiert. Dies wird in den Resolutionen nicht konkret benannt. Eine Rückzahlung des Geldes ist vorgesehen, allerdings nicht ausdrücklich angeordnet.

Obwohl Ecuador derzeit die Präsidentschaft pro tempore der CAN innehat, äußerte sich die Regierung in Quito offiziell nicht zur Resolution. Die CAN ihrerseits forderte beide Seiten auf, die Zusammenarbeit bei der Grenzkontrolle zu verstärken, um Sicherheitsprobleme anzugehen, ohne den Handel zu beeinträchtigen.