Fall Epstein: Neue Veröffentlichungen belasten Kolumbiens Ex-Präsident Pastrana

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Die Journalistin Ana Bejarano griff Pastrana öffentlich aufgrund seiner Verstrickung in den Fall Epstein an
Die Journalistin Ana Bejarano griff Pastrana öffentlich aufgrund seiner Verstrickung in den Fall Epstein an

Bogotá. In den am 30. Januar vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten zum Fall Epstein taucht der Name von Kolumbiens Ex-Präsident Andrés Pastrana (1998–2002) auf. Jeffrey Epstein betrieb ein Netzwerk zur Prostitution Minderjähriger, zum Menschenhandel und zu sexuellen Übergriffen, das rund 1.000 Opfer hinterließ.

Seit der Festnahme von Epstein im Jahr 2019 wurden fast 3,5 Mio. Seiten an Beweismaterial zusammengetragen. Unter den freigegebenen Unterlagen befinden sich 180.000 Fotografien und 2.000 Videos mit Darstellungen sexueller Gewalt an Minderjährigen.

Betroffen waren vor allem Minderjährige in prekären sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, denen Epstein falsche Versprechungen machte, etwa Arbeitsmöglichkeiten oder finanzielle Unterstützung. Eine zentrale Rolle spielte dabei Ghislaine Maxwell, die die Treffen organisierte. Sie wurde zu 20 Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar wegen Kinderprostitution und Menschenhandels verurteilt.

Dass Pastrana eine Verbindung zu Epstein hat, ist nicht neu. Bereits vergangenes Jahr wurden Fotos veröffentlicht, die ihn mit Maxwell zeigen. Pastrana hatte bislang aber von einer "oberflächlichen und vorübergehenden Beziehung" gesprochen.

Die neu veröffentlichten Dokumente scheinen dies zu widerlegen. Sie enthalten unter anderem einen E-Mailverkehr zwischen Pastrana und Jean-Luc Brunel, einem Mitarbeiter Epsteins. Brunel wurde 2020 in Frankreich wegen der Vergewaltigung von Minderjährigen angeklagt, starb aber im Gefängnis noch bevor der Prozess gegen ihn begann.

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In einer der E-Mails von Brunel heißt es: "Hallo, Andrés […] Ich komme um 14 Uhr aus Lima an. Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie eine US-Telefonnummer haben, damit ich Sie anrufen kann. Ich freue mich sehr, Sie wiederzusehen".

Auch wurden weitere Informationen über die Fotos von Maxwell und Pastrana bekannt. Offenbar hatte Maxwell 2003 den damaligen Präsidenten besucht, um gemeinsam mit ihm und dem pensionierten Oberst Julio César Londoño Giraldo in einem Hubschrauber der kolumbianischen Luftwaffe zu fliegen. In einer veröffentlichten E-Mail erklärte Maxwell, sie habe "weitere Fotos mit dem Präsidenten von Kolumbien, der mich eingeladen und das gesamte Fest organisiert hat, einschließlich der Terroristen, die herumliefen, damit ich auf sie zielen konnte".

Seitdem bekannt ist, dass Pastrana Verbindungen zu Epstein unterhielt, hat der Druck auf den Ex-Präsidenten stetig zugenommen. Pastrana reagiert darauf seinerseits mit Angriffen. An Kolumbiens derzeitigen Präsidenten Gustavo Petro adressiert, schrieb er im Dezember auf X: "Ich lasse mich nicht von einem Pädophilen @petrogustavo einschüchtern, der sich mit Kinderschändern umgibt und mit ihnen Vereinbarungen über die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen trifft."

Die neuesten Informationen über Pastranas Verwicklungen in Epsteins Netzwerk thematisierte die Journalistin Ana Bejarano im Cambio Magazin. Am 1. Februar sammelte sie dort die Belege und forderte, dass er von seinem "moralischen Podest" heruntersteigen solle. Pastrana bezeichnete ihre Kolumne daraufhin als "ehrverletzend und diffamierend" und kündigte an, Bejarano zu verklagen.

Das scheint seine Gegner jedoch nicht einzuschüchtern. Am Montag erklärte Präsidentschaftskandidat Iván Cepeda, dass er Pastrana anzeigen werde, "damit mögliche strafbare Handlungen, die er begangen haben könnte, untersucht werden".