Caracas. US-Marine und Küstenwache verfolgen seit mehreren Tagen den Öltanker Bella 1 in internationalen Gewässern. Die Besatzung hatte sich geweigert, vor der venezolanischen Küste von US-Einheiten durchsucht zu werden. US-Regierungsvertreter hatten am Freitag angekündigt, eine Elite-Eingreiftruppe zusammenzuziehen, um das Schiff notfalls gewaltsam zu übernehmen.
Die Bella 1 war auf dem Weg nach Venezuela, als sie ins Visier der US-Operation geriet, die Washington im Rahmen seiner Strafmaßnahmen gegen den venezolanischen Ölhandel verstärkt. Beobachter berichteten, das Schiff sei derzeit "vom Radar verschwunden". Die USA begründen das Vorgehen mit dem Ziel, den Transport von Öl zu unterbinden, das angeblich zur Finanzierung von Terrorgruppen und kriminellen Netzwerken dient.
Die Spannungen zwischen Venezuela und den USA haben sich dadurch weiter verschärft.
Unabhängige Menschenrechtsexpert:innen der Vereinten Nationen verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die von den Vereinigten Staaten verhängte teilweise marine Blockade und andere aggressive Maßnahmen gegen Venezuela als Verstoß gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen. Sie erklärten, es gebe kein Recht, einseitige Sanktionen durch einen bewaffneten Blockadeeinsatz durchzusetzen, und bezeichneten diese Blockade als illegale bewaffnete Aggression, die das Recht auf Leben und andere Grundrechte der Menschen in Venezuela und der ganzen Region ernsthaft gefährde. Zudem kritisierten sie tödliche militärische Angriffe der USA auf Schiffe, forderten Untersuchungen der Angriffe und riefen den US-Kongress auf, weitere Angriffe zu verhindern und die Blockade aufzuheben.
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Der mexikanische Vertreter im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen warnte, der verstärkte US-Militäreinsatz im südlichen Karibikraum gefährde die regionale Stabilität und rufe nach einer friedlichen und völkerrechtskonformen Lösung. Mexiko forderte, den Raum Lateinamerika vom Einsatz oder der Drohung mit Gewalt freizuhalten.
Venezuela selbst hat die Aktionen der USA mehrfach als Aggression gegen die nationale Souveränität verurteilt. Außenminister Yván Gil bezeichnete die militärischen Maßnahmen Washingtons als direkten Angriff auf den Frieden und hob zugleich hervor, dass Venezuela über die "stabilste Demokratie der Region" verfüge und trotz des Drucks wachse. Caracas argumentiert, die militärischen Manöver seien nicht nur ein Eingriff in die eigenen inneren Angelegenheiten, sondern eine Bedrohung für die gesamte Region. Die Regierung hat angekündigt, die Vorfälle vor den UN-Sicherheitsrat und andere internationale Foren zu bringen.
Auch Moskau hat sich offen auf die Seite Venezuelas gestellt und den Ausbau der US-Militäroperationen im Karibischen Meer kritisiert. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach von einer Verletzung der Rechtsordnung auf See und forderte einen respektvollen Umgang mit internationalem Recht sowie eine Deeskalation der Lage.

