Mendoza. In der Provinz Mendoza formiert sich massiver Widerstand aus der Bevölkerung gegen das Bergbauprojekt PSJ Cobre Mendocino. Vergangene Woche initiierten zahlreiche Vereinigungen sowie soziale und politische Organisationen die "Befreiungsaktion für das Wasser", einen über 100 Kilometer langen Protestmarsch durch mehrere Städte. Am Tag der Abstimmung zeigten die Demonstranten vor der Legislatur Präsenz, während der Senat über die Umweltverträglichkeit des Vorhabens in Uspallata entschied und weitere Projekte zur Ausweitung des Bergbaus behandelte.
Der Protest steht für eine breite gesellschaftliche Ablehnung. Fachleute des Nationalen Rates für wissenschaftliche und technische Forschung von Mendoza (CONICET) warnen vor gravierenden Lücken im Umweltgutachten.
Parallel dazu äußert sich Präsident Javier Milei in den sozialen Medien zugunsten des Projekts. Er fordert die Legislative auf, dem Vorhaben endgültig zuzustimmen, und verweist auf eine erwartete Investition von 600 Millionen US-Dollar sowie eine jährliche Produktion von 40.000 Tonnen Kupfer. Für ihn zeigt der Widerstand ein "kirchneristisches" Politikmodell, das seit 25 Jahren gegen den Privatsektor und wirtschaftliches Wachstum gerichtet sei.
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Trotz der Proteste stimmte der Senat von Mendoza mit 29 zu sechs Stimmen bei einer Enthaltung für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Damit beginnt eine einjährige Machbarkeitsphase, in der vorläufige Studien in detaillierte Pläne überführt werden. Das Unternehmen, ein Joint Venture zwischen Zonda Metals aus der Schweiz und Alberdi Energy aus Argentinien, verspricht auf der Website des Projekts ein Verfahren mit hoher Wasserrückgewinnung und ohne verbotene Substanzen. Die Wasserentnahme soll die lokale Versorgung oder ökologische Durchflüsse nicht beeinträchtigen.
Kritiker wie Enrique Viale, Präsident der Vereinigung der Umweltanwälte, widersprechen: Nur vier Prozent der Provinzfläche seien bewässerbar, Wasser gelte daher als besonders schutzbedürftig. Der Rio Mendoza versorge 1,5 Millionen Menschen und Tausende Betriebe. Erfahrungen aus anderen Bergbauregionen zeigen laut Viale, dass Reichtum und Entwicklung nicht automatisch bei der Bevölkerung ankommen.


