Santiago. Bei den Präsidentschaftswahlen in Chile kommt es am 14. Dezember zur Stichwahl zwischen Jeannette Jara und José Antonio Kast. Nach Auszählung von mehr als 70 Prozent der Stimmen kam Jara, Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles, die für ein breites Linksbündnis kandidierte, auf 26,7 Prozent. Kast von der Republikanischen Partei, der zur Ultrarechten des Landes gezählt wird, kam auf 24,2 Prozent.
Auf Platz drei folgt mit deutlichem Abstand mit rund 19 Prozent Franco Parisi von der Partido de la Gente. Parisi wird von verschiedenen Medien als "Populist" bezeichnet und versuchte sich als Alternative zum linken wie rechten Parteienspektrum darzustellen.
Auf Platz vier und fünf kamen weitere Kandidaten der Rechten. Auf Platz vier steht aktuell Johannes Kaiser von der Nationalen Libertären Partei mit 13,9 Prozent, dicht gefolgt von Evelyn Matthei von der Unión Demócrata Independiente mit 12,9 Prozent. Matthei wird zur klassischen Rechten Chiles gezählt.
Matthei und Kaiser erkannten ihre Niederlage bereits an und sprachen sich beide für eine Unterstützung des rechten Kandidaten Kast aus. "Lasst uns zu José Antonio Kasts Wahlkampfzentrale gehen, um ihm zu gratulieren", wurde Matthei in den Medien zitiert. Auch Kaiser bekräftigte nach Medienberichten in der zweiten Runde seine Unterstützung für Kast. Er war auf der Liste von Kast 2021 Parlamentsabgeordneter geworden, hatte sich jedoch mit der Republikanischen Partei von Kast überworfen und 2024 die Nationale Libertäre Partei gegründet (amerika21 berichtete).
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Die Erstplatzierte Jara feierte ihren Wahlsieg. "Wir sind ein großartiges Land", wurde sie in El País zitiert, womit sie sich laut der Zeitung gegen die "düstere Zukunftsversion" von Kast stellt. Dieser hatte, wie auch Kaiser und Matthei, im Wahlkampf versucht, die wirtschaftliche Lage Chiles düster und mit übertriebenen Berichten über die Kriminalität im Land die linksorientierte Regierung des scheidenden Präsidenten Gabriel Boric schlecht darzustellen.
Boric selbst erklärte am Wahlabend: "Ich gratuliere Jeannette Jara und José Antonio Kast. Ich vertraue darauf, dass Dialog, Respekt und die Liebe zu Chile alle Differenzen überwinden werden."
Zeitgleich zu den Präsidentschaftswahlen fanden die Parlamentswahlen statt. Über deren Ergebnisse und weitere Stimmen zu den Wahlen wird amerika21 in den nächsten Tagen berichten.

