Panama / Wirtschaft

Chiquita kommt zurück nach Panama

5.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Unternehmen verpflichtet sich zu internationalen Standarts in Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit. Geplanter Produktionsstart im Februar

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Nach einem Arbeitskampf und wochenlangen Streiks hatte Chiquita im Mai seine Plantage in Bocas del Toro geschlossen
Nach einem Arbeitskampf und wochenlangen Streiks hatte Chiquita im Mai seine Plantage in Bocas del Toro geschlossen

Panama-Stadt. Nach monatelanger Unsicherheit hat die panamaische Regierung mit dem multinationalen Bananenkonzern Chiquita ein Abkommen über die Wiederaufnahme der Produktion in der Provinz Bocas del Toro erzielt. Das Abkommen wurde in Brasília unterzeichnet und sieht die Reaktivierung von Plantagen sowie die Schaffung von mehreren Tausend Arbeitsplätzen vor. Das Handelsministerium veröffentlichte am Dienstag eine Zusammenfassung der ausgehandelten Konditionen.

Die Vereinbarung umfasst die Wiederaufnahme der Bananenproduktion auf rund 5.000 Hektar Land und Investitionen in Höhe von 30 Millionen US-Dollar. In zwei Phasen sollen insgesamt etwa 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Zunächst sollen rund 3.000 Personen für landwirtschaftliche Reinigung und Wiederherstellung eingestellt werden, anschließend weitere 2.000 Personen für Ernte und Verpackung. Der Schwerpunkt soll auf lokaler Arbeitskraft liegen.

Nach Angaben von Panamas Präsident José Raúl Mulino wurde das Abkommen im direkten Austausch mit den Chiquita-Direktoren erreicht. Er erklärte, Ziel sei es, Investitionen, Produktion und Arbeitsplätze in der Region wiederherzustellen. Chiquita-Präsident Carlos López bezeichnete die Vereinbarung als Grundlage für einen moderneren und nachhaltigeren Betrieb, der "würdigere Arbeitsplätze" schaffen und zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen solle.

Das unterzeichnete Memorandum hat eine vorläufige Laufzeit von 24 Monaten und enthält mehrere Verpflichtungen. Neben der phasenweisen Wiedereinstellung von Arbeitskräften sind Maßnahmen zur Modernisierung der Produktion vorgesehen, einschließlich internationaler Standards für Arbeitssicherheit, Lebensmittelsicherheit und nachhaltige Landwirtschaft. Außerdem sind Programme zur Förderung von menschenwürdiger Beschäftigung und zur Entwicklung lokaler Gemeinschaften Teil der Vereinbarung.

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Für die Umsetzung wird eine gemeinsame Kommission von Regierung und Unternehmen eingerichtet, die den Prozess überwachen soll. Die Oberste Rechnungsprüfungsbehörde soll das Memorandum prüfen, bevor es öffentlich zugänglich gemacht wird.

Die Rückkehr Chiquitas folgt auf eine turbulente Vorgeschichte. Ende Mai hatte das Unternehmen nach einem wochenlangen Streik seine Plantage in Changuinola im Norden von Bocas del Toro geschlossen und mehr als 6.000 Arbeiter:innen entlassen. Hintergrund des Arbeitskampfs waren Proteste gegen eine Rentenreform, die am 28. April begonnen hatten und in landesweite Streiks sowie Blockaden mündeten. In dieser Zeit kam es zu massiven Demonstrationen, bei denen Polizei- und Militäreinheiten gegen Streikende und Protestierende vorgingen (amerika21 berichtete).

Laut Chiquita verursachte der Streik Verluste von mindestens 75 Millionen US-Dollar, manche Schätzungen sprachen sogar von über 100 Millionen. Die Region Bocas del Toro, deren Wirtschaft stark von Tourismus und Bananenexporten abhängt, wurde dadurch in den vergangenen Monaten schwer getroffen.

Die panamaische Regierung und Chiquita streben an, die Produktion bis spätestens Februar 2026 wieder vollständig aufzunehmen. Neben der Wiederbelebung der Plantagen sollen Innovation, Forschung und technische Ausbildung entlang der Bananen-Wertschöpfungskette gefördert werden. Nach Angaben beider Seiten soll die Vereinbarung dazu beitragen, die Region wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig internationale Standards in der Produktion zu gewährleisten.